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Home » Deutschland verfehlt Speicherziele vor Winter – Gaspreise steigen
Wirtschaft

Deutschland verfehlt Speicherziele vor Winter – Gaspreise steigen

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 8, 2026
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Die Bundesregierung sieht bislang keinen Anlass für solche Eingriffe. Die Wintervorsorge und Befüllung der Speicher sei grundsätzlich Aufgabe der Gashändler, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Die Händler müssten ihre Lieferverpflichtungen gegenüber Stadtwerken, Industrie und anderen Kunden absichern. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Händler und Lieferanten diesen Verpflichtungen nicht nachkämen.

Seit Beginn des Iran-Konflikts seien zudem rund 72 Terawattstunden Gas eingespeichert worden. Auf dem Weltmarkt sei ausreichend Gas verfügbar, außerdem bestünden genügend Importmöglichkeiten. Spezielle Maßnahmen für einzelne schwach gefüllte Speicher habe die Bundesregierung deshalb nicht ergriffen.

Speicherziele waren bereits abgesenkt worden

Die gesetzlichen Speicherziele waren nach der Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine eingeführt worden. Zeitweise mussten die Speicher zum 1. November zu 95 Prozent gefüllt sein. Die Vorgaben wurden später wieder abgesenkt. Für die meisten Anlagen gilt zum 1. November derzeit eine Vorgabe von 80 Prozent, für bestimmte langsam befüllbare Speicher lediglich 45 Prozent.

Kellner räumt ein, dass die Regeln noch unter grüner Führung des Wirtschaftsministeriums gelockert worden waren. „Richtig ist, wir haben die Speichervorgaben damals angepasst, herunterreguliert. Aber die Weltlage hat sich seitdem verändert. Energiepolitik muss auf neue Risiken reagieren – auf Kriege, Preissprünge und neue Abhängigkeiten.“

Die Bundesregierung plant dennoch derzeit keine erneute Änderung der Füllstandsvorgaben. Auch zusätzliche Sparappelle oder Gesetze zur kurzfristigen Reduzierung des Gasverbrauchs sind nach ihrer Antwort nicht vorgesehen. Eine Gasmangellage im kommenden Winter werde nach aktuellem Erkenntnisstand nicht erwartet.

Gasimporte bereits 400 Millionen Euro teurer

Die niedrigen Speicherstände treffen derweil auf einen ohnehin angespannten internationalen Gasmarkt. Wegen des Kriegs am Golf und der Blockade der Straße von Hormus sind die Preise gestiegen. Hinzu kommt eine zeitweise erhöhte Nachfrage aus Asien, die nach Angaben der Bundesregierung auch die Einfuhren nach Europa und die Speicherbefüllung beeinflusst hat.

Deutschland gab im ersten Halbjahr 2026 rund 15 Milliarden Euro für Erdgasimporte aus. Bei Einfuhrpreisen auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2025 wären es nach Berechnungen der Bundesregierung 14,6 Milliarden Euro gewesen. Der Preisanstieg verursachte damit Mehrkosten von rund 400 Millionen Euro.

Wie stark sich höhere Importpreise auf private Haushalte auswirken werden, kann die Bundesregierung bislang nicht beziffern. Die Endkundenpreise hingen unter anderem vom Zeitpunkt des Vertragsschlusses und der Beschaffungsstrategie des jeweiligen Versorgers ab.

Auch die von Reiche angekündigte strategische Gasreserve kann an der Lage im kommenden Winter nichts mehr ändern. Die Bundesregierung stellt in ihrer Antwort ausdrücklich klar, dass die Reserve „nicht die Wintervorsorge“ betreffe, sondern ein davon getrenntes Instrument für mehr Resilienz und Krisenvorsorge werden solle. Wie groß die Reserve sein, was sie kosten und wie sie finanziert werden soll, ist noch offen.

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