Folgen des Iran-Kriegs
EU: Deutschland soll Gasspeicher weniger füllen
21.03.2026 – 22:52 UhrLesedauer: 1 Min.
Der Krieg im Nahen Osten belastet die Energiemärkte. Die EU-Kommission reagiert nun mit einem ungewöhnlichen Schritt bei den Vorgaben für Gasspeicher.
Die EU-Kommission hat Deutschland und die anderen EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, ihre Füllziele für Gasspeicher zu senken. In einem Brief an die Mitgliedstaaten, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schlug der zuständige EU-Kommissar Dan Jørgensen vor, das Ziel von 90 auf 80 Prozent zu reduzieren. Als Grund nannte er die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die globalen Energiemärkte.
Eine niedrigere Vorgabe könne dazu beitragen, die Gasnachfrage in Zeiten angespannter Versorgung zu senken und den Druck auf die Preise zu mindern, schrieb Jørgensen. Zugleich wies er darauf hin, dass Angriffe auf Energieinfrastruktur die globalen Öl- und Gasmärkte erheblich belasteten. Jüngste Entwicklungen deuteten laut dem Kommissar darauf hin, dass es länger dauern könnte, bis die Flüssigerdgas-Produktion Katars wieder das Niveau vor der Krise erreiche.
Die Versorgungssicherheit in der EU stufte Jørgensen dennoch als derzeit vergleichsweise wenig gefährdet ein. Die begrenzte Abhängigkeit von Importen aus der Konfliktregion sowie Flüssigerdgas-Lieferungen, die die Straße von Hormus bereits vor Kriegsausbruch passiert hätten, trügen dazu bei. Auch koordinierte Bemühungen zur Diversifizierung der Energiequellen und der beschleunigte Ausbau heimischer Kapazitäten hätten die EU deutlich widerstandsfähiger gemacht als noch 2022. Damals hatten der russische Angriff auf die Ukraine und die daraus folgenden Versorgungsengpässe zu massiven Preisanstiegen geführt.
Um eine Wiederholung zu verhindern und die Versorgung von Haushalten und Unternehmen im Winter zu sichern, wurden anschließend verbindliche Füllziele für Gasspeicher eingeführt.










