Pistorius sucht Raketenpartner
Beschafft Deutschland den Flamingo?
22.06.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Verteidigungsministerium will seine Langstreckenfähigkeiten ausbauen. Neben US-Systemen stehen auch israelische und ukrainische Anbieter zum Angebot.
Deutschland wendet sich offenbar an Israel und die Ukraine, um kostengünstige Marschflugkörper mit großer Reichweite zu beschaffen, die zur Abschreckung Russlands benötigt werden. Das geht aus Planungsdokumenten des Verteidigungsministeriums hervor, wie das Portal „Politico“ berichtet.
Demnach habe der Vorstoß zusätzliche Dringlichkeit erfahren, nachdem US-Präsident Donald Trump entschieden habe, keine mit weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörpern ausgerüstete Truppeneinheit nach Deutschland zu verlegen. Die Rüstungsabteilung des Verteidigungsministeriums richte ihr Interesse nun auf kleinere Unternehmen wie das ukrainische Fire Point und das israelische Covenant, berichtet „Politico“ unter Berufung auf Insider.
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Israelisches Unternehmen rückt in den Fouks
Demnach hat die Beschaffungsbehörde des Verteidigungsministeriums Covenant um Produktvorschläge gebeten. Der wenig bekannte israelisch-amerikanische Raketenhersteller plant den Aufbau eines europäischen Liefer- und Produktionsnetzwerks mit Fertigungsstandorten in Deutschland und Großbritannien.

Zu den Investoren hinter Covenant gehören die US-Risikokapitalgesellschaft Founders Fund des US-Investors Peter Thiel sowie Andreessen Horowitz, das von den US-Investoren Marc Andreessen und Ben Horowitz geführt wird. Das Raketensystem von Covenant mit dem Namen „Anthem“ soll in der dritten Juniwoche in Israel getestet werden. Vertreter des Verteidigungsministeriums seien eingeladen worden, den Test zu beobachten, so „Politico“.
Berlin baut offenbar auf verschiedene Partner
Auch ukrainische Hersteller scheinen für Berlin zunehmend interessant zu sein. In den „Politico“ vorliegenden Unterlagen werden der kostengünstige Marschflugkörper „Flamingo“ von Fire Point sowie die Drohnenrakete „Bars“ eines nicht namentlich genannten ukrainischen Herstellers erwähnt. Laut „Politico“ zeigen die Dokumente, dass Deutschland Marschflugkörper sucht, die in größerer Stückzahl erschwinglich und schnell einsatzbereit sein könnten.
Den Planungsunterlagen zufolge verfolgt Deutschland vier Ansätze für weitreichende bodengestützte Angriffsfähigkeiten. Der erste Ansatz sehe wohl den Kauf des US-amerikanischen Startsystems Typhon vor, eines bodengestützten Systems, das Tomahawk-Marschflugkörper abfeuern könne. Die erste Einsatzfähigkeit sei für 2029 vorgesehen. Der zweite Ansatz umfasse die Beschaffung kostengünstiger Marschflugkörper, die bereits ab 2027 verfügbar sein sollen.
Die beiden weiteren Ansätze seien langfristige europäische Entwicklungsprojekte: ein hochentwickelter Marschflugkörper gemeinsam mit Großbritannien, geplant für 2032, sowie ein Hyperschall-Gleitflugkörper, ebenfalls mit Großbritannien, geplant für 2035.










