Das Ende der hohen Preise?
Sprit-Revolution geplant: Darum tanken die Österreicher billiger
11.03.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer heute tankt, braucht vor allem Glück beim Timing. Damit soll bald Schluss sein. Dann ist nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt. In Österreich ist das längst Alltag. Doch was bringt das Modell wirklich?
Tanken ist oft reine Glückssache: Im ersten Halbjahr 2025 registrierte das Bundeskartellamt im Schnitt 22 Preisänderungen pro Tankstelle und Tag. Das will die Bundesregierung nun beenden. Mit dem sogenannten „Österreich-Modell“ will sie auf die extremen Schwankungen im Tagesverlauf reagieren.
Die Regel ist simpel: Tankstellenbetreiber dürfen ihre Preise künftig nur noch einmal täglich erhöhen.
Da Erhöhungen nur einmal täglich möglich sind, müssen Betreiber genau kalkulieren. Wer zu hoch ansetzt, verliert für die nächsten 24 Stunden die Kunden an günstigere Konkurrenten.
Im Nachbarland ist man seit der Einführung im Jahr 2011 zufrieden. Das dortige Wirtschaftsministerium betont, dass die Regelung Vertrauen schaffe. Der Kunde weiß genau: Nach der Erhöhung am Mittag wird der Sprit bis zum nächsten Tag tendenziell nur noch billiger. Das verringert für die Betreiber den Anreiz, die Preise ständig in beide Richtungen zu korrigieren.
Doch es gibt auch kritische Stimmen, unter anderem vom ADAC. Die Befürchtungen:
Ein direkter Preisvergleich zeigt: Am 10. März kostete ein Liter Super (E5) in Österreich rund 35 Cent weniger als in Deutschland, bei Diesel waren es etwa 21 Cent weniger.
Allerdings: Dieser massive Unterschied liegt nicht allein an der Preisregel unserer Nachbarn. Sie dämpft zwar extreme Preisausschläge nach oben im Tagesverlauf. Jedoch ist auch der Wettbewerb dort härter. Vor allem aber liegt der Preisunterschied an den niedrigeren Steuern und Abgaben im Nachbarland.
Kritiker befürchten deshalb, dass das Österreich-Modell nicht das hohe deutsche Preisniveau senken, sondern lediglich die Kurve glätten könnte.











