Warum liefern Sie online dann nicht einfach grundsätzlich kostenlos? Das würde Sie sicherlich hervorheben.
Kann man mal machen. Aber als Dauerlösung kostet das unheimlich viel Geld. Unsere Stärke ist eine andere: Wenn Sie bei uns ein Möbelstück bestellen, kommt nicht irgendein Paketdienst und stellt es an die Bordsteinkante. Wir tragen die Ware zumindest ins Haus, und wenn der Kunde möchte, montieren wir sie auch. Das ist eine andere Qualität.
Wie stark treffen XXXLutz die derzeitigen Kostensteigerungen?
Wo merken wir sie nicht? (lacht) Strom, Energie, Logistik, Möbel – alles wird teurer.
Geben Sie diese höheren Kosten an Ihre Kunden weiter?
Unser Anspruch ist, unseren Kundinnen und Kunden auch bei steigenden Kosten bestmögliche Preise zu bieten. Wir werben mit „Deutschlands bestem Preis“ – ein klares Preisversprechen, das wir ernst nehmen und an dem wir uns messen lassen.
Zur Person
Alois Kobler (geboren 1963) ist Deutschlandchef des österreichischen Möbelkonzerns XXXLutz. Der gelernte Tischler begann 1990 als Verkäufer im oberösterreichischen Mattighofen bei dem Unternehmen. Zwei Jahre später wechselte er als Verkaufsleiter nach Hannover. Seit 2010 gehört er der Geschäftsleitung von XXXLutz Deutschland an und hat zahlreiche Übernahmen des Möbelkonzerns begleitet.
Sie expandieren trotzdem weiter, wollen Porta übernehmen. Gibt es einen Punkt, an dem Sie sagen: Jetzt müssen wir angesichts der wirtschaftlichen Lage Standorte schließen oder unsere Expansion stoppen?
Solange es weiße Flecken auf der Landkarte gibt, brauchen wir darüber nicht nachzudenken. Wir sind groß und erfolgreich. Aber wir haben den deutschen Markt noch lange nicht besetzt.
Viele Unternehmenschefs beschreiben die Lage in Deutschland derzeit wesentlich düsterer als Sie. Warum sind Sie so optimistisch?
Schauen Sie sich den deutschen Möbelmarkt an. Der macht knapp 40 Milliarden Euro Umsatz. Und jetzt muss ich ein Minus machen, nur weil es anderen schlecht geht? Nein, muss ich nicht. Der Kuchen ist groß genug.
Das klingt fast so, als sei wirtschaftlicher Erfolg für Sie vor allem eine Frage der Einstellung.
Eine positive Einstellung gehört sicher dazu. Man kann alles schlechtreden. Ich stelle mir zuerst die Frage: Kann ich an einer Lage etwas verändern? Wenn ich es nicht verändern kann, brauche ich keine Sekunde mehr darüber nachzudenken. Ich beschäftige mich nur mit den Dingen, die ich in der Hand habe.
Und was haben Sie in der Hand?
Unsere Kosten zum Beispiel. Wir haben rund 3.000 Firmenfahrzeuge, die gerade ziemlich teuren Sprit kaufen müssen. Wir gehen damit um, indem wir überall die günstigsten Tankstellen raussuchen.
Ziemlich kleinteiliges Sparen für einen Konzern Ihrer Größe.