Europäischer Vergleich
In diesem Bundesland sterben besonders viele Menschen zu früh
13.04.2026 – 12:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Beim Thema vermeidbarer Sterblichkeit gehört Deutschland in Westeuropa zu den Schlusslichtern. Lediglich eine Region fällt hierzulande positiv auf.
In Deutschland sterben immer noch viele Menschen früher, als sie eigentlich müssten. Obwohl sich Deutschland in den vergangenen Jahren bei der vermeidbaren Sterblichkeit verbessert habe, gilt das Land im Vergleich mit anderen westeuropäischen Staaten immer noch als sogenannter „Hotspot“. Dies zeigt eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) sowie der Universitäten Oldenburg und Groningen.
Als vermeidbar bewerteten die Forscher solche Todesfälle zwischen 0 und 75 Jahren, die bei effizienter medizinischer Behandlung oder durch präventive Maßnahmen hätten verhindert werden können. Für die Studie wurden hierfür Daten aus 581 europäischen Regionen im Zeitraum von 2002 bis 2019 ausgewertet. Neuere Zahlen wurden aufgrund der Corona-Pandemie nicht berücksichtigt.
Weist eine Region über mehrere Jahre hinweg signifikant höhere Raten vermeidbarer Sterblichkeit im Vergleich zu anderen Regionen auf, gilt sie als „stabiler Hotspot“. „Im Gegensatz zu vielen anderen westeuropäischen Gebieten weisen viele deutsche Regionen kontinuierlich höhere Zahlen bei der vermeidbaren Sterblichkeit auf“, erklärt Michael Mühlichen, Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter am BiB. Besonders betroffen ist dabei der Nordosten von Deutschland: Nordthüringen, Ostniedersachsen sowie größere Gebiete von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Die meisten anderen Regionen in Deutschland wurden als „kurzzeitiger Hotspot“ eingruppiert. Hier liegen die Raten vermeidbarer Sterblichkeit nur in einzelnen, nicht aufeinanderfolgenden Jahren über denen der anderen Regionen.
Weitere Hotspots außerhalb von Deutschland befinden sich in Belgien, im Nordosten Frankreichs, im östlichen Österreich sowie im Süden Spaniens. Deutlich weniger vermeidbare Todesfälle registrierten die Forscher derweil in der Schweiz sowie in großen Teilen Frankreichs, Spaniens sowie Italiens. Diese Regionen gelten als „stabile Coldspots“. Weitere Regionen in diesen Ländern klassifizierten die Forscher zudem als „kurzzeitige Coldspots“. In Deutschland gibt es nur eine Region, die kurzzeitig als „Coldspot“ gewertet wurde: das Gebiet zwischen Tübingen und Ulm in Baden-Württemberg.
Es gebe mehrere Gründe für die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen, so die Forscher. Zum einen sei die Effizienz bei der Früherkennung sowie Behandlung von Krankheiten unterschiedlich. Zum anderen spiele auch das gesundheitsrelevante Verhalten der Bevölkerung eine wichtige Rolle. „Gerade im Bereich Prävention besteht in Deutschland noch Aufholpotenzial, um den häufigsten Risikofaktoren wie Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel entgegenzuwirken“, erklärt Mühlichen.











