Nach Strafanzeige gegen Ex-Bundestrainer
Deutscher Verband streicht drei Sportler
18.03.2026 – 12:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Drei Sportler berichten von Missständen im deutschen Skibergsteigen. Ein Sportchef wird freigestellt, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Teamklima ist schlecht. Nun reagiert der Dachverband.
Im deutschen Skibergsteigen spitzt sich der Konflikt weiter zu – mit direkten Folgen für drei Athleten. Nach ihren Vorwürfen gegen Trainer und Betreuer hat der Deutsche Alpenverein (DAV) reagiert und die Sportler vorläufig von Wettkämpfen und Trainings ausgeschlossen.
„Hintergrund der Entscheidung ist die in den vergangenen Wochen deutlich angespannte Situation innerhalb des Skimo-Teams“, teilte der Verband mit. Mehrere andere Athletinnen und Athleten hätten erklärt, unter den aktuellen Umständen nicht mehr angemessen trainieren oder Rennen bestreiten zu können.
DAV-Präsident Roland Stierle sagte: „Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“. Und weiter: „Aber wir tragen Verantwortung für das gesamte Team. Leistungssport braucht ein Umfeld, in dem Vertrauen und Zusammenarbeit möglich sind.“ Eine beauftragte Anwaltskanzlei habe Hinweise geprüft und von „Verunsicherung“ sowie teilweise sogar einer „Angstatmosphäre“ gesprochen.
Felix Gramelsberger ist einer der drei betroffenen Athleten. „Das Statement des DAV enthält aus unserer Sicht mehrere nachweisliche Unwahrheiten und wir werden mit rechtlichen Schritten dagegen vorgehen“, so Gramelsberger.
Auslöser der Auseinandersetzung sind Anschuldigungen der drei Sportler gegen den früheren Bundestrainer sowie den Sportlichen Leiter im DAV. Zudem wurde Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung und Nötigung. Der Trainer hatte den Verband bereits zuvor verlassen, der Sportchef wurde zuletzt freigestellt. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.
In einem Bericht der ARD-„Sportschau“ hatten Gramelsberger und Sophia Weßling ihre Vorwürfe während Olympia öffentlich gemacht. Demnach soll es im April 2024 bei Leistungstests medizinische Missstände gegeben haben. In Ruhpolding sei Sportlern innerhalb weniger Stunden bis zu 60 Mal Blut abgenommen worden. Zudem war von ungeschultem Personal und nicht gewechselten Handschuhen die Rede. Gramelsberger sprach von einer „wahnsinnigen Blutpanscherei“. In weiteren Interviews bekräftigten er und Weßling ihre Vorwürfe.
Der DAV erklärte, die Anwesenheit der Athleten habe nach den Anschuldigungen erhebliche negative Auswirkungen auf das Team gehabt. Obwohl Weßling und Gramelsberger nicht mehr dem Elitekader angehören, durften sie weiter an Wettkämpfen teilnehmen. Ihnen sei von anderen Sportlern vorgeworfen worden, Stimmung gegen Trainer und Betreuer zu machen. Außerdem bestehe die Sorge, dass Gespräche oder Chatverläufe an Medien gelangen könnten. Die Anwälte erklärten, selbst als mental „resilient“ geltende Athleten seien „auf psychischer Ebene sichtbar angeschlagen“.
Der Verband betonte zugleich, die Maßnahme sei keine Reaktion auf die ursprünglichen Hinweise der Sportler. „Die Entscheidung gilt vorläufig bis zum Abschluss des laufenden Klärungsprozesses. Auf dieser Grundlage wird über die weitere sportliche Zusammenarbeit entschieden“, hieß es.











