Skifahrer stirbt bei Gipfelausflug

Alpen-Tragödie – Deutscher stürzt ab


07.04.2026 – 12:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Restaurant auf dem Hinteren Wurmogel (Archivbild): Von hier aus unternahm der deutsche Skifahrer einen kurzen Ausflug in Skischuhen zum nahen Gipfel. (Quelle: Anthony Brown/imago)

Eine Gruppe Skifahrer fährt mit dem Lift auf den Berg und unternimmt von dort aus einen kurzen Ausflug zum Gipfel. Dann passiert es.

In Tirol ist ein 39 Jahre alter Deutscher bei einem Alpen-Unglück gestorben. Wie die Polizei mitteilte, kam der Skifahrer am Ostermontag im Skigebiet Gurgl bei Sölden ums Leben.

Der 39-Jährige war gemeinsam mit einem 36-jährigen Österreicher und einer 69-jährigen Österreicherin per Lift auf den Hinteren Wurmkogel gefahren. Laut ORF deponierten sie dort bei einem Restaurant ihre Skier und gingen mit ihren Skischuhen die relativ kurze Strecke zu Fuß zum Gipfel auf 3.082 Metern Höhe hinauf.

Auf dem Rückweg geschah es: Eine sogenannte Schneewechte brach ab und riss den 39-Jährigen in den Abgrund. Der Mann stürzte 200 Meter durch steiles, felsdurchsetztes Gelände ab. Ein Notarzt wurde mit einem Hubschrauber auf den Berg geflogen, er konnte jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Bei einer Wechte handelt es sich um eine stark verdichtete, überhängende Schneeablagerung an Graten oder Geländekanten. Ein Wechtenbruch kann spontan entstehen oder durch Belastung ausgelöst werden. Insbesondere im Frühling bei Erwärmung ist Vorsicht geboten.

Unterdessen ist am Osterwochenende in vielen europäischen Skigebieten die Saison zu Ende gegangen. Die Lawinenwarndienste ziehen eine düstere Bilanz: In diesem Winter sind in Europa so viele Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr. Nach einer offiziellen Statistik starben in den Alpen und in anderen europäischen Gebirgen seit Anfang Oktober mindestens 135 Menschen, weil sie unter Schneemassen verschüttet waren.

Zum Vergleich: Im vorigen Winter 2024/25 gab es in Europa insgesamt 70 Lawinentote. Diese Saison waren es also fast doppelt so viele. Zuletzt wurden 2017/18 noch mehr Todesopfer gezählt: insgesamt 147.

Als einer der Gründe für die hohe Zahl an Todesopfern wird von Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Zudem verbinden sich Altschnee und Neuschnee nicht mehr so gut. Außerdem gebe es stärkere Winde, sodass sich oft gefährlicher Treibschnee ansammelt, heißt es.

Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden. Unter den Lawinentoten dieses Jahres waren ungewöhnlich viele Tourengeher. Insbesondere an Steilhängen in hochalpinem Gelände mahnen die Lawinenwarndienste zu großer Vorsicht.

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