„Hätte nicht länger dauern dürfen“
Deutscher Segler von einsamer Insel gerettet
Aktualisiert am 06.11.2025 – 03:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein deutscher Segler ist auf einer Vogelinsel im Ijsselmeer gestrandet. Zwei Tage lang übernachtete er unter einem Segeltuch.
Ein deutscher Segler ist am Freitagnachmittag bei der niederländischen Vogelinsel De Kreupel im Ijsselmeer nördlich von Andijk in Seenot geraten und ohne Kontakt zur Außenwelt gestrandet.
Der Mann hatte in dem Vogelschutzgebiet mit seinem Boot geankert, doch Medienberichten zufolge löste sich der Anker – das Schiff wurde vom Wind an das felsige Ufer getrieben und teilweise zerstört.
Der Mann harrte schließlich ohne Funkgerät oder Handy zwei Nächte auf der unbewohnten Insel aus – unter einem notdürftig aufgespannten Stück Segeltuch. Wie die Seenotretter der Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij (KNRM)auf Facebook berichteten, hatte er kein Essen oder Trinken dabei. Andere Medien sprachen von nur wenig Proviant. Erst am Sonntagabend nach rund 60 Stunden entdeckte die Besatzung eines Segelboots das gestrandete Wrack und alarmierte die Küstenwache.
Die Retter des KNRM brachten den deutschen Touristen schließlich zurück in den Hafen von Andijk. Er sei mit Essen, Trinken und trockener Kleidung versorgt worden und befinde sich derzeit in einem Hotel, hieß es in Medienberichten.
Rettungsboot-Kapitän Menno Betzema sagte im niederländischen Fernsehsender RTL, der Mann sei bei der Bergung „verwirrt und geschwächt“ gewesen. Er habe Todesängste gehabt. „Die Insel ist ein Vogelschutzgebiet, und der Geruch ist wirklich widerlich“, so Betzema. Der Havarierte habe im Wind gesessen und es sei kalt gewesen. „Es hätte nicht länger dauern dürfen.“
Einer der Seenotretter erklärte in der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“, der Vorfall sei in den Niederlanden einzigartig: „In zwanzig Jahren bei der KNRM habe ich so etwas noch nicht erlebt.“ Ein Schiffsbruch in dieser Jahreszeit sei besonders gefährlich, weil nicht viele Leute unterwegs seien.
Das Ijsselmeer ist das größte Binnengewässer der Niederlande und misst rund 1.100 Quadratkilometer. Entstanden ist es durch die Abtrennung der ehemaligen Meeresbucht Zuiderzee – heute ist das flache, weitläufige Gewässer ein beliebtes Revier für Segler und Wassersportler.










