Trotz aller Kritik von Besuchern und Einheimischen boomt der Tourismus auf den Balearen wie nie zuvor. 2025 könnte erstmals die Marke von 20 Millionen Besuchern erreicht werden. Schon 2024 kamen fast 19 Millionen. Allein Mallorca mit weniger als einer Million Einwohnern zählte 13,5 Millionen Touristen, darunter mehr als fünf Millionen Deutsche. Und die Kassen klingeln: Insgesamt gaben Urlauber auf den Inseln rund 22,4 Milliarden Euro aus, zwölf Prozent mehr als 2023. Tourismus macht mehr als 40 Prozent der Wirtschaftsleistung Mallorcas aus.
Aus Sicht von Mieter-, Umweltschutzverbänden und anderen Gruppen gibt es aber neben Preiserhöhungen viele weitere negative Folgen: Lärm, Staus, Wohnungsnot, Verschmutzung und Umweltzerstörung. Sogar Jaume Bauzà, Tourismusminister der Balearen, warnte: „Wir haben ein Limit erreicht.“
Zumal nicht alle profitieren. Jeder Fünfte gilt auf Mallorca als armutsgefährdet. Es entstehen immer mehr Slums. „Elend auf Mallorca breitet sich rasant aus“, schrieb das „Mallorca Magazin“. Die „Mallorca Zeitung“ titelte: „Arm trotz Arbeit: Auf Mallorca bleibt vielen Menschen kein Geld mehr fürs Essen.“
Vor Saisonbeginn veröffentlichten sieben Organisationen Mallorcas einen Brandbrief an Touristen. „Kommt nicht hierher!“ und „Bleibt zu Hause“, hieß es. Mallorca sei „nicht das Paradies, das man euch verkauft“. Die Insel sei „völlig überfüllt“, erlebe einen „Kollaps“. „Die Einheimischen sind wütend und nicht mehr gastfreundlich, weil man das Land, das wir lieben, zerstört und weil viele Bewohner auswandern müssen, weil die Insel unbewohnbar geworden ist.“ Erste Mallorca-Fans sind der Aufforderung offenbar bereits gefolgt.
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