Urlaub auf Sparflamme
Mallorca-Wirte klagen: Deutsche bleiben Restaurants fern
28.08.2026 – 14:48 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Woche Mallorca kann einen deutschen Urlauber so viel kosten wie zwei Wochen Karibik, rechnet ein Experte vor. Restaurantbetreiber und Transportunternehmer sehen einen beunruhigenden Trend.
Schon im vergangenen Jahr klagten Wirte auf Mallorca darüber, dass Gäste ausbleiben. Auch in diesem Sommer hat sich der Trend fortgesetzt. Deutsche Urlauber bleiben kürzer, meiden Restaurants und sparen offenbar an Ausflügen. Was der Grund dafür ist und welche Sorgen die Betreiber vor Ort haben, hat das „Mallorca Magazin“ mit drei Experten besprochen.
Besonders sichtbar wird die neue Sparsamkeit der deutschen Touristen demnach beim Essen. Statt eines Restaurantbesuchs greifen immer mehr Urlauber lieber zu günstigeren Alternativen aus dem Supermarkt. Pedro Fiol, Chef des Reisebüroverbandes Aviba, beobachtet die Veränderung vor allem bei den Gästen von Ferienhäusern. Diese seien früher viel öfter ausgegangen, hätten mindestens einmal am Tag in einer gastronomischen Einrichtung gespeist. Inzwischen sei der Ferienhaus-Urlauber eher klamm, kaufe immer häufiger im Supermarkt ein, „um die Ausgaben für Verpflegung zu senken“.
Mallorca teurer als die Karibik
Ein Grund dafür seien die gestiegenen Kosten für den Mallorca-Urlaub. Fiol rechnet vor: In der Hochsaison Mitte August kostet eine Woche Urlaub im Fünf-Sterne-Hotel mit All-inclusive-Verpflegung, Flug und Gepäck rund 2.300 Euro pro Person. Für einen ähnlichen Preis könnten Reisende in Punta Cana in der Dominikanischen Republik zwei Wochen Urlaub machen.
Mallorca wird für den deutschen Normalverbraucher offenbar allmählich zu einer Art Luxus-Destination. Ihre Zurückhaltung treffe dabei nicht nur die Gastronomie. Auch Mallorcas Nachtleben bekommt sie laut „Mallorca Magazin“ zu spüren. So nahmen die Diskotheken in diesem Sommer 10 bis 15 Prozent weniger ein als im Vorjahr. Die Zahl der Urlauber auf der Insel sei aber nicht gesunken.
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Aufenthalte auf Mallorca werden kürzer
Hinzu kommt, dass viele Gäste weniger Zeit auf der Insel verbringen. „Sie investieren in einen Mietwagen, kommen für drei Tage und laufen den Inselmarathon“, sagt Carolina Domingo, Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Pimeco. Für die Wirtschaft habe das Folgen. Viele Kurzurlauber sorgen zwar für hohe Ankunftszahlen, geben insgesamt allerdings weniger Geld auf der Insel aus als Gäste, die länger bleiben.
Auch bei Ausflügen halten Deutsche ihr Geld offenbar stärker zusammen als in früheren Jahren. Besonders im Juli und August sei die Nachfrage nach Bustouren zurückgegangen. „Die Saison verläuft schlechter als im letzten Jahr“, sagte Rafael Roig, Vorsitzender des balearischen Transportunternehmerverbandes FEBT, dem Magazin. An einzelnen Tagen seien auf den Balearen mehr als 100 Reisebusse mit jeweils 55 Plätzen ungenutzt geblieben.