Betrugsmasche
Rentenversicherung warnt: Diese Mail ist eine Falle
27.10.2026 – 16:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Betrüger verschicken derzeit E-Mails im Namen der Deutschen Rentenversicherung. Mithilfe von KI imitieren sie sogar den Sprachstil der Behörde.
Versicherte in Deutschland erhalten derzeit vermehrt gefälschte E-Mails, die angeblich von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) stammen. Die Behörde warnt ausdrücklich vor diesen Phishing-Versuchen.
Die Masche variiert. In einigen Mails werden Empfänger unter dem Vorwand eines Sicherheitsupdates aufgefordert, persönliche Daten wie ihre Bankverbindung einzugeben. In anderen Fällen stellen die Absender den Versand wichtiger Dokumente in Aussicht, etwa der jährlichen Renteninformation. Eine dritte Variante informiert über eine angebliche Fehlbuchung, aus der eine Beitragserstattung folgen soll.
Gemeinsam haben alle Schreiben ein Ziel: Die Empfänger sollen einen Link anklicken und dort Zahlungsinformationen oder persönliche Daten hinterlegen. Persönliche Daten fordert die DRV allerdings niemals per E-Mail an. Lesen Sie hier, woran Sie Phishing-Mails sofort erkennen.
Künstliche Intelligenz macht die Fälschungen besser
Besonders schwer zu durchschauen sind diese Mails, weil sowohl die Nachricht selbst als auch die verlinkte Internetseite täuschend echt aussehen. Die Betrüger verwenden nicht nur Logo und Design der Rentenversicherung, sie imitieren mithilfe von Künstlicher Intelligenz auch deren Sprachstil und greifen auf ähnliche Formulierungen zurück.
Damit fallen die klassischen Warnsignale weitgehend weg. Holprige Formulierungen und offensichtliche Rechtschreibfehler, bisher die zuverlässigsten Hinweise auf einen Betrugsversuch, sind kein Erkennungsmerkmal mehr. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt in seinem Cybersicherheitsmonitor 2026 vor dem Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und Online-Kriminalität.
Die IT-Sicherheitsexperten der DRV Bund beobachten neue Betrugsseiten und nehmen Meldungen entgegen. Ein Teil der gefälschten Seiten wurde bereits gesperrt. Dass immer neue entstehen, lässt sich jedoch nicht verhindern.
So erkennen Sie eine Phishing-Mail
Prüfen Sie die Absenderadresse, nicht nur den angezeigten Namen. Der Name lässt sich beliebig setzen, die dahinterliegende Adresse nicht. Als Beispiele für gefälschte Absender nennt die DRV unter anderem „noreply@drv.de“, „admin@lenterasafety.co.id“ und „badtechnology631@agentmail.to“.
Misstrauen Sie Geldversprechen. Wird Ihnen ein konkreter Betrag zugesagt, sobald Sie Ihre Bankdaten eingeben, handelt es sich um einen Betrugsversuch.
Achten Sie auf Zeitdruck. Kurze Fristen oder ein Link, der angeblich bald abläuft, sind ein typisches Muster. Sie sollen verhindern, dass Sie die Nachricht in Ruhe prüfen.
Kommt Ihnen eine E-Mail verdächtig vor, verschieben Sie sie in den Spam-Ordner. Klicken Sie keine Links an und führen Sie keine der genannten Aufforderungen aus. Verdachtsfälle können Sie der Rentenversicherung über das Kontaktformular auf deren Internetseite melden.
Was tun, wenn Sie bereits geklickt haben?
Ruhe bewahren und schnell handeln – in dieser Reihenfolge:
- Gerät vom Internet trennen, damit keine weiteren Daten abfließen.
- Bankdaten eingegeben? Karten umgehend sperren lassen und die Bank informieren.
- Zugangsdaten eingegeben? Passwörter ändern, aber von einem anderen Gerät aus.
- Screenshots der Phishing-Seite machen und Anzeige bei der Polizei erstatten.