Neue Zahlen

Deutsche Inflationsrate fällt im Juni überraschend

Aktualisiert am 30.06.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Münzgeld und ein Bon (Symbolbild): Die Teuerung lässt nach. (Quelle: Marijan Murat/dpa/dpa-bilder)

Die Sorgen vor steigenden Preisen aufgrund des Iran-Kriegs waren groß. Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich jedoch nicht zu bewahrheiten.

Die Inflation in Deutschland ist im Juni wegen fallender Ölpreise und durch den Tankrabatt erneut gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nur noch um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,6 Prozent im Mai und 2,9 Prozent im April. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten eine unveränderte Inflationsrate von 2,6 Prozent erwartet.

„Die Entspannung im Iran-Konflikt hat zuletzt die globalen Ölpreise auf das Vorkrisenniveau fallen lassen“, sagte der Ökonom der Berenberg Bank, Felix Schmidt. „Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den deutschen Inflationszahlen wider.“ Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hatte die Energiepreise in die Höhe getrieben.

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Um das Tanken für Verbraucher wie Unternehmen günstiger zu machen, wurde für Mai und Juni ein befristeter Tankrabatt eingeführt. Er dämpft der Bundesbank zufolge die Inflation um etwa einen viertel Prozentpunkt.

Insgesamt verteuerte sich Energie im Juni nur noch um 3,4 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 6,6 Prozent im Mai. Nahrungsmittel kosteten 0,4 (Mai: +0,4) Prozent mehr. Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 3,1 (Mai: 3,1) Prozent mehr verlangt. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, stiegen um 2,5 (Mai: 2,5) Prozent.

Preisspirale dreht sich wohl nicht weiter

Für die Europäische Zentralbank (EZB) bedeutet die Preisentwicklung in Deutschland gute Nachrichten. „Die durch den Iran-Krieg ausgelöste Inflationswelle scheint sich abzuschwächen“, sagte Berenberg-Experte Schmidt. Dies könnte der EZB erlauben, von einer weiteren Zinsanhebung im Juli abzusehen. Im Juni hatte sie den Leitzins erstmals seit knapp drei Jahren heraufgesetzt – von 2,0 auf 2,25 Prozent.

Künftig wollen weniger Unternehmen in Deutschland ihre Preise anheben. Das entsprechende Barometer für die Preiserwartungen sank im Juni auf 26,4 Punkte, von 30,0 Zählern im Mai, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte.

„Sinkende Energiepreise, zu denen die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten zusätzlich beigetragen haben, scheinen die Unternehmen zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage gemacht zu haben“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Allerdings dürften die Produzenten- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiterhin steigen.“ So liege der Indikator seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs noch erheblich über dem Durchschnitt von 18,3 für den Zeitraum 2023 bis 2025.

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