Experte über die tödliche Gefahr von Lawinen
„Man ist lebendig begraben“
Aktualisiert am 02.11.2025 – 11:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Lawine rast in den Alpen auf sieben deutsche Urlauber zu – nur zwei überleben. Ein Bergretter erklärt, warum es bereits nach zwölf Minuten praktisch keine Hoffnung mehr gibt.
Zwei Gruppen deutscher Urlauber waren am Samstagnachmittag in den Ortler-Alpen unterwegs, als es passierte: Unvermittelt gab es einen ohrenbetäubenden Knall, wie die Zeitung „Il Dolomiti“ berichtete. Kurz darauf setzten sich gigantische Schneemassen in Bewegung. Die Deutschen, die sich auf dem Aufstieg zur 3.500 Meter hohen Vertainspitze befanden, hatten keine Möglichkeit, zu fliehen.
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Die Lawinengefahr in den Alpen ist derzeit nicht außergewöhnlich hoch – aber allgegenwärtig. Klaus Burger von der Bergwacht Bayern kennt die Gefahren von Lawinenabgängen. Zu Tausenden Alarm-Einsätzen rücken die Freiwilligen der Bergwacht jährlich aus, Burger ist als Einsatzleiter regelmäßig an der Front.
Er sagte im Interview mit t-online Anfang August dieses Jahres: „Nach etwa zwölf Minuten hat man keine Chance mehr. Wenn erst noch Bergretter alarmiert werden müssen, ist es oft schon zu spät.“ Werde man bei einem Lawinenabgang nicht durch seine Begleiter gerettet oder schaffe es selbst an die Oberfläche, habe man praktisch keine Überlebenschance.
Burger wurde in den 90er-Jahren selbst schon einmal von einer Lawine begraben – und überlebte durch viel Glück. „Ich habe einfach gehofft, dass mich meine Kameraden schnell finden. Man weiß, die Atemluft geht aus.“ Seine Freunde zogen ihn aus den Schneemassen. „Man ist lebendig begraben“, schildert Burger das Gefühl unter der Schneedecke. „Man kann nichts bewegen, weder Arme noch Beine.“ Nur durch den Speichelfluss könne man überhaupt herausfinden, wo oben und wo unten ist.










