Jahrelange Verzögerungen

Stuttgart 21 soll mehrere Milliarden teurer werden

Aktualisiert am 26.06.2026 – 20:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, nimmt an einer Pressekonferenz nach einer Sitzung des Lenkungskreises zum Bahnprojekt Stuttgart 21 teil. (Archivbild) (Quelle: Marijan Murat/dpa/dpa-bilder)

Nach der nächsten Verzögerung droht Stuttgart 21 ein weiterer Kostensprung. Die Bahn kalkuliert mit Milliarden-Mehrkosten und einem deutlich höheren Endpreis.

Nach der Verschiebung der Eröffnung des neuen Stuttgarter Tiefbahnhofs um fünf Jahre steigen auch die Kosten für das Projekt Stuttgart 21. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnet die Bahn mit Mehrkosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro und Gesamtkosten in Höhe von dann 14,5 Milliarden Euro. Zuvor hatten mehrere Medien über die Kostensteigerung berichtet.

Das Preisschild für den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof und die Neuordnung des Bahnknotens war in den vergangenen Jahren wiederholt nach oben korrigiert worden. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Damals ging man von Baukosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro aus und plante noch einen Puffer in Höhe von 1,5 Milliarden ein.

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Bahn muss Mehrkosten vollständig allein tragen

Für die Bahn ist die Verschiebung der Inbetriebnahme und die damit verbundene Kostensteigerung auch ein finanzielles Desaster. Denn alle Mehrkosten, die über den Finanzierungsvertrag hinausgehen, muss das Unternehmen einem Gerichtsurteil zufolge allein tragen.

Mit einer Klage, die die Projektpartner – das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart – zu einer Beteiligung an den zusätzlichen Kosten zwingen sollte, war die Bahn vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart gescheitert. Einen Antrag auf Berufung hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg später abgelehnt.

Erst am Mittwoch hatten Bahnvertreter in einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag angekündigt, die Eröffnung von Stuttgart 21 um fünf Jahre zu verschieben. Teilnehmern zufolge soll der Tiefbahnhof nun Ende 2031 in Betrieb gehen. Der Termin war bereits mehrmals verschoben worden.

Innen sieht der Stuttgarter Tiefbahnhof recht fertig aus, bis er aber in Betrieb geht, wird es noch Jahre dauern. (Archivbild) (Quelle: Christoph Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Wo die Probleme bei Stuttgart 21 liegen

Als Hauptgründe für die neuerliche Verschiebung nannte die Bahn laut Teilnehmern im Verkehrsausschuss unter anderem die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, die deutlich schwieriger sei als zunächst gedacht. Zudem hätten Planungsprozesse nicht den nötigen Reifegrad gehabt. Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass deswegen Kabel teils neu verlegt werden müssten.

Zudem gebe es Probleme mit einem Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei. Nachbessern muss die Bahn Teilnehmern des Verkehrsausschusses zufolge auch bei Steuerungstechnik und der Energieversorgung. Medien hatten berichtet, dass ein neues Notstromkonzept nötig sei.

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