Deutsche Hersteller bieten eine enorme Vielfalt an Varianten: unterschiedliche Motoren, Ausstattungspakete, Farben und technische Optionen. Diese Individualisierung ist einerseits Teil der Markenidentität, die man sich teuer bezahlen lässt. Sie erhöht jedoch auch den Aufwand in Entwicklung, Logistik und Produktion.
Der Elektroautobauer Tesla beispielsweise verfolgt einen anderen Ansatz: wenige Modelle, wenige Varianten, stark standardisierte Produktion. Das reduziert Komplexität und senkt Kosten. Dadurch kann Elon Musk immer wieder seine eigenen Preise unterbieten.
Deutsche Marken setzen weiterhin Maßstäbe bei Fahrdynamik, Geräuschkomfort und Materialqualität. In vielen Tests schneiden ihre Fahrzeuge hervorragend ab.
Doch der Abstand zu anderen Herstellern ist kleiner geworden. Internationale Zuverlässigkeitsstudien zeigen regelmäßig, dass japanische Marken bei Haltbarkeit und Fehlerquote oft besser abschneiden. Auch die Software deutscher Modelle steht häufig in der Kritik.
Der technische Vorsprung, der früher hohe Preise rechtfertigte, ist deshalb nicht mehr überall so eindeutig.
Die Zeiten, in denen ein deutsches Auto für alle erschwinglich war, sind längst zu Ende. Und das wird Folgen haben. Wer die Mittelklasse zum Luxus macht, bestimmt zwar nicht, wer künftig ein Auto kauft – aber bei welcher Marke.
