Die Fis bemüht sich also um eine Null-Toleranz-Politik, begutachtet noch mehr Details und begründet die Ausschlüsse detaillierter als früher. Das registrieren auch die nationalen Verbände. „Wir beobachten das schon und werten das auch aus. Ich finde, man hat das Gefühl, die Fis hat es deutlich besser im Griff als die vergangenen drei Jahre“, sagte DSV-Sportdirektor Horst Hüttel. Das deutsche Team war rund um den Jahreswechsel bislang nicht von Disqualifikationen betroffen – im Gegensatz zu den Norwegern.
Der Anzug von Halvor Egner Granerud war einmal zu lang. Bei der bereits beendeten Two-Nights-Tour der Frauen gab es eine in den Socken eingelegte zweite Sohle bei Anna Odine Strøm. Dass es nach den Vorfällen von Trondheim schon wieder Disqualifikationen gegen Norweger gibt, stieß Sven Hannawald, der die milden Sanktionen seit Monaten kritisiert, besonders sauer auf. Strøm mache ihn „fassungslos“.
Cheftrainer Christian Mayer erklärte später zwar, Strøm leide seit einem Sturz unter einer Schiefstellung der Hüfte. Doch das nötige Attest für die zweite Sohle reichte der Verband erst verspätet nach. Das Vorgehen verurteilte Hannawald: „Nachher kannst du dir alle möglichen Ausreden einfallen lassen.“ Er hätte den Norwegern geraten, transparent damit umzugehen und die Fis zu kontaktieren.
Aufsehen erregte in Innsbruck auch der Fund von verbotenem Fluor-Wachs beim Polen Paweł Wąsek. Jenes Wachs verbessert zwar auch geringfügig die Gleitfähigkeit, ist aber vor allem aus Gesundheitsgründen nicht mehr erlaubt. Das polnische Team hat eine Verunreinigung beim Hersteller als Grund ausgemacht.
Österreichs Sportdirektor kritisierte die Vorfälle scharf und sprach sogar öffentlich von Manipulation: „Es ärgert mich wirklich maßlos“, sagte der 48-jährige Mario Stecher laut Nachrichtenagentur APA österreichischen Medien in Innsbruck. „Das ist für mich absolut eine Manipulation. Das geht nicht.“










