Von Serge Duchene mit AFP
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In einer Kirche der niederländischen Stadt, in der er vor mehreren Jahrhunderten starb, wurde ein Skelett entdeckt, bei dem es sich möglicherweise um das von d’Artagnan handelt, dem französischen Soldaten, der den Roman „Die drei Musketiere“ inspirierte.
Lokalen Medien zufolge wurde das Skelett in Maastricht im Kirchenschiff einer modernen Kirche ausgegraben, deren Ursprünge mindestens bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Die Knochen seien bei Reparaturarbeiten nach einem teilweisen Einsturz des Bodens im Februar gefunden worden, erklärt L1 Nieuws (Quelle auf Französisch)ein Medienunternehmen in der Provinz Limburg.
Charles de Batz de Castelmore, bekannt als d’Artagnan, der berühmte Musketier der Könige Ludwig XIII. und Ludwig XIV., widmete sein Leben dem Dienst für die französische Krone.
Dieser Adlige aus der Gascogne war die Inspiration für Alexandre Dumas‘ Helden aus dem 19. Jahrhundert in „Die drei Musketiere“, eine Figur, die dank des Romans und seiner zahlreichen Verfilmungen heute weltberühmt ist.
D’Artagnan wurde zwischen 1611 und 1615 im Château de Castelmore in der Nähe von Lupiac in der Gascogne (im heutigen Departement Gers) geboren und während der Belagerung dieser Stadt am 25. Juni 1673 während des Niederländischen Krieges in Maastricht getötet.
Seine Grabstätte ist seitdem ein Rätsel geblieben. Über den echten d’Artagnan ist wenig bekannt. Von ihm existieren lediglich ein Porträt, dessen Echtheit nicht garantiert ist, und apokryphe Memoiren, die 1700, 27 Jahre nach seinem Tod, veröffentlicht wurden.
Andererseits ist seine literarische Biografie mehr als reichhaltig, vor allem mit den drei Romanen von Alexandre Dumas_(Die drei Muskateure, „20 Years After“ und „Der Vicomte von Bragelonne“_)
Auf der großen und kleinen Leinwand wurde er von mehr als 30 Schauspielern gespielt, darunter Douglas Fairbanks, Max Linder, Gene Kelly, Jean-Paul Belmondo, Jean Marais, Jean-Pierre Cassel, Philippe Noiret, Gabriel Byrne, Gérard Depardieu und der Russe Mikhaïl Boïarski.
Laut Diakon Jos Valke, der bei den ersten Ausgrabungen anwesend war, wurde in Maastricht in der Nähe des Skeletts eine französische Münze entdeckt.
„Darüber hinaus weist die Lage des Grabes darauf hin, dass es sich um eine wichtige Person handelte: Das Skelett wurde dort gefunden, wo einst der Altar stand, und zu dieser Zeit wurden nur Könige oder andere wichtige Persönlichkeiten unter einem Altar begraben“, sagte er gegenüber L1 Nieuws.
Das Skelett wurde aus der Kirche entfernt und befindet sich nun in einem archäologischen Institut in Deventer im Osten der Niederlande, berichtete der Nachrichtenanbieter.
Am 13. März wurde dem Skelett eine DNA-Probe entnommen, die derzeit in einem Labor in München analysiert wird.
Der Archäologe Wim Dijkman sucht seit 28 Jahren nach d’Artagnans Überresten.
„Ich bin immer sehr vorsichtig, ich bin Wissenschaftler. Aber ich bin hoffnungsvoll“, sagte er zu L1 Nieuws.










