Diese Debatte finde ich eigenartig. Noch einmal: Nein, das ist eine Stärkung des öffentlich-rechtlichen Nachrichtenangebotes. Zudem war es eine Vorgabe des Reformstaatsvertrages, Doppelstrukturen abzubauen. Es stärkt auch die Zusammenarbeit zwischen ARD und ZDF. Ich hoffe, dass die Gremien der Sender sie jetzt entschlossen umsetzen – die sind ja nicht ganz unwichtig – und die Vorteile erkennen.
Phoenix wird seine Struktur, sein Tempo anpassen müssen. Bei aller Expertise: Wenn das Ziel ein schneller, aktueller Nachrichtenkanal ist, dann wirkt Phoenix doch in Relation zu diesem Anspruch etwas entschleunigt, um nicht „behäbig“ zu sagen.
Phoenix war und ist nicht behäbig. Es muss natürlich Überlegungen geben, wie man eine neue Sendestruktur hinbekommt. Eins ist klar: Das Markenzeichen des neuen Kanals kann und muss Liveberichterstattung sein. Große Strecken, Debatten aus dem Bundestag, dem Bundesrat, vielleicht auch mal aus den Länderparlamenten, vielleicht mal einen hochinteressanten Kongress. Dazwischen Nachrichteneinschübe, wie wir sie von Tagesschau24 kennen, und nötigenfalls auch ein durchgehendes Flächenangebot bei Ereignissen wie dem, das sich derzeit im Iran abspielt. Kollegen von ARD und ZDF sind stets vor Ort und gefragt, wenn es darum geht, solche Strecken zu füllen.
Ich habe immer gesagt, dass das ein Manko ist. Nun ist die Chance da, vielleicht auch international mitzuspielen.
ulrich deppendorf
Unter wessen Leitung eigentlich?
Es wird interessant zu sehen, wer das Sagen haben wird. Die Federführung des Nachrichtenprojekts liegt beim Westdeutschen Rundfunk. Auch ist eine gute Entscheidung, dass es keine Doppelspitzen mehr gibt. So verstehe ich das zumindest. Auf denjenigen, der diesen News-Sender leitet, kommt eine Menge Arbeit zu. Es muss ein hocherfahrener Kandidat oder eine hocherfahrene Kandidatin sein.
Da würde ich gerne nachhaken. Was muss diese Person mitbringen, was muss sie auszeichnen? Haben Sie einen Wunschkandidaten?
Nein, einen Wunschkandidaten habe ich nicht. Er oder sie muss ein exzellenter journalistischer Kopf sein, eine echte Autorität und über Managementerfahrung verfügen. Die Suche wird nicht einfach.










