Russland kann auch nicht darauf setzen, einfach neue LNG-Terminals zu bauen, die an andere Regionen liefern könnten. „Praktisch jedes laufende Projekt in Russland stützt sich auf die Verflüssigungstechnologie von amerikanischen, deutschen, niederländischen oder französischen Unternehmen“, erklärt der Ökonom Vakhtang Partsvania in einem Artikel auf dem Portal „Riddle“, das sich auf Russland spezialisiert hat.

Darauf würden auch die EU-Sanktionen gegen Russland abzielen, so der Experte: Die bestehende Infrastruktur könne ohne Hilfe aus dem Westen nicht weiter expandieren.

„Russland kann einen Teil seiner derzeitigen Kapazität aufrechterhalten und gelegentliche Lieferungen erfüllen, verliert jedoch das, was am wichtigsten ist: die Fähigkeit, zu expandieren, sich weiterzuentwickeln und weltweit zu gleichen Bedingungen zu konkurrieren.“ Vor diesem Hintergrund wäre eine Umorientierung nach Asien, wie sie immer wieder vom Kreml propagiert wird, kaum vorstellbar.

Energie-Experte Sebastian Rötters würde trotz alledem nicht ganz ausschließen, dass Putin die Energielieferungen nach Europa am Ende nicht doch spontan einstellt. Nicht, weil er andere Abnehmer findet – sondern um Chaos zu stiften. Die Sanktionen kommen, egal, was Putin jetzt tut. So könnte er Europa noch einen Stich versetzen.

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