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Dieser Western zeigt rohe Gewalt
01.09.2026 – 11:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Regisseur Sam Peckinpah zerstörte mit seinem Film von 1969 endgültig das romantische Bild vom Wilden Westen. Damit schuf er einen zeitlosen Film-Klassiker.
Als „The Wild Bunch“ 1969 in die Kinos kam, steckte das klassische Western-Genre bereits in der Krise. Die großen Studio-Western der 1940er und 1950er Jahre mit ihren klaren Helden und moralisch eindeutigen Geschichten hatten beim Publikum an Reiz verloren.
Jahrzehntelang hatten Hollywood-Filme die Schießereien im Wilden Westen sauber und beinahe blutleer inszeniert. Helden überlebten Feuergefechte meist unversehrt, Gewalt diente vor allem der Unterhaltung. In den 1960er Jahren hatten Filme wie „Bonnie und Clyde“ zwar die Toleranz des Publikums für explizite Gewalt getestet. Doch noch waren Filme eher zurückhaltend.
Regisseur Sam Peckinpah inszenierte in „The Wild Bunch“ statt heroischer Cowboys eine verzweifelte, alternde Bande von Gesetzlosen. Die Gewalt im Film ist roh, ungeschönt und blutig. Damit brach Peckinpah nicht nur mit Genre-Konventionen. Denn er schuf eine eigene handwerklich besondere Bildwelt, die den Western-Film für immer verändern sollte.
Darum geht es in „The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz“
Texas, 1913: Der Wilde Westen liegt in den letzten Zügen, doch die alternde Gangsterbande um Pike Bishop (William Holden) will noch ein letztes großes Ding drehen. Bishop, sein treuer Weggefährte Dutch Engstrom (Ernest Borgnine) und die impulsiven Gorch-Brüder (Warren Oates und Ben Johnson) tarnen sich als Soldaten. So überfallen sie das Eisenbahnbüro einer Kleinstadt an der mexikanischen Grenze.
Was als sorgfältig geplanter Coup beginnt, entwickelt sich zunehmend zu blutigem Chaos, denn eine Söldnertruppe unter Führung von Bishops einstigem Weggefährten Deke Thornton (Robert Ryan) lauert bereits in einem Hinterhalt. Nur mit Mühe kann sich die Bande in letzter Sekunde auf mexikanisches Gebiet retten. Doch Thornton gibt die Jagd nicht auf und heftet sich sofort an ihre Fersen.
Auf der Flucht schlägt die Bande um Bishop dem skrupellosen mexikanischen General Mapache (Emilio Fernández) einen gewagten Deal vor: Sie sollen für ihn eine Waffenlieferung des US-Militärs stehlen, im Gegenzug winkt ihnen ein Vermögen. Während Thornton ihnen unerbittlich näher kommt, wird schnell klar, dass dieser letzte Auftrag alles für die Crew verändern wird.
„The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz“ inszeniert Film-Gewalt neu
Der Western „The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz“ bricht nicht nur inhaltlich alle Regeln des Genres. Auch die Art wie der Film gedreht wurde, war neu. Regisseur Sam Peckinpah drehte seine Schusswechsel mit bis zu sechs Kameras gleichzeitig, die jeweils mit unterschiedlichen Bildraten liefen.
Cutter Lou Lombardo, der zuvor eine ähnliche Zeitlupentechnik bei einer Fernsehserie erprobt hatte, schnitt das gewonnene Material zu einem völlig neuartigen Rhythmus zusammen. Der finale Schusswechsel im Film wechselt damit fortlaufend zwischen Zeitlupe und rasanten Bildfolgen. Diese Technik verleiht der gezeigten Gewalt eine nie zuvor gesehene Intensität.
Für die realistischen Einschusswunden setzte Peckinpah auf zehntausende sogenannter Squibs. Das sind kleine, mit Kunstblut gefüllte Sprengkapseln, die unter der Kleidung der Schauspieler angebracht wurden. Allein für die finale Schießerei ließ er Darsteller sowohl von vorne als auch von hinten präparieren.
