Dass die Spiele des Iran nicht nach Mexiko verlegt wurden, mag den Verband politisch schmerzen, aber es mindert den Reisestress. Alle Spiele finden an der Westküste statt, zweimal in Los Angeles, und dann in Seattle.
Amir Ghalenoei ist seit Jahrzehnten im iranischen Fußball unterwegs, hat die großen Klubs des Landes trainiert und war 2007 auch schon einmal kurz für „Team Melli“ verantwortlich. Kein junger Reformer, sondern ein Machtmensch des iranischen Fußballs. Er führte große Klubs wie Esteghlal, Sepahan und Tractor, gewann im iranischen Ligafußball viele Titel und kennt die Mechanik des Verbandes. Seit 2023 ist er zurück als Nationaltrainer.
Sportlich steht Ghalenoei für Pragmatismus. Gute Organisation, enge Räume, hohe Intensität, so hat Ghalenoei die Mannschaft aufgestellt. Die Routiniers tragen viel Verantwortung, junge Spieler müssen sich in feste Rollen einfügen. Stabilität ist die Basis des Spiels. Bei eigenem Ballbesitz wirkt das Spiel oft etwas behäbig.
Nach dem Aus im Asien-Cup-Halbfinale 2024 gegen Katar übernahm Ghalenoei öffentlich Verantwortung und sagte, wenn jemand für die Niederlage verantwortlich sei, dann er – nicht Verband oder Spieler. Der Verband hielt trotzdem weiter zu ihm, auch deshalb, weil es wenig Alternativen gab. Die politische und wirtschaftliche Lage des Landes, nicht zuletzt der Dauerkonflikt mit Israel und die jüngsten Kriegshandlungen, hatten mögliche Kandidaten aus dem Ausland nachhaltig abgeschreckt.
Der Iran spielt systematisch meist aus einer Viererkette in einem 4-2-3-1, das gegen den Ball zu einem 4-4-2 oder 4-4-1-1 wird. Die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld bleiben eng. Der Gegner wird auf die Flügel gedrückt, das Zentrum soll geschlossen bleiben. Gegen stärkere Gegner verteidigt die iranische Mannschaft phasenweise tief, mit zwei engen Linien vor dem Strafraum.










