Sieben Wochen Badewetter oder ein komplett verregneter Sommer? Der Lostag einer wichtigen Bauernregel steht unmittelbar bevor – laut Meteorologen ist die Regel wirklich von Bedeutung.
Am 27. Juni wird eine alte Bauernregel relevant, nach der dieses Datum entscheidend für den ganzen Sommer ist: „Regnet es am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag“, heißt es. Oder andersherum: „Blinzeln die Siebenschläfer in die Sonnen, bleiben lange leer die Regentonnen.“
Das Besondere: Experten schätzen diesen Merkspruch als erstaunlich treffsicher ein. Jurik Müller, der bis zu seinem Ruhestand Chef-Agrarmeteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig war, führt ihn in seinem Buch „100 Bauernregeln, die wirklich stimmen“ auf.
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Er schreibt: „Zieht man die Statistik zurate und vergleicht die Witterung der letzten fünf Junitage mit dem Wetterablauf im Juli, dann lässt sich feststellen, dass rege Niederschlagstätigkeit in der Zeit vom 26. bis 30. Juni in der Mehrzahl der Jahre (etwa 70 Prozent) einen feuchten Juli zur Folge hat.“
Bilde sich jedoch im Verlauf der letzten Junitage eine Hochdruckbrücke von den Azoren bis zum Ural aus, blocke diese heranziehende Tiefdruckgebiete wie ein Wall ab. Damit schaffe sie günstige Voraussetzungen für anhaltend sonniges Wetter in der Ferienzeit.
In diesen Landesteilen ist Siebenschläfer besonders relevant
Auch der Diplom-Meteorologe Dominik Jung schätzt den Zeitraum um den Siebenschläfertag als bedeutend für eine Sommerprognose ein, wenn auch mit Einschränkungen. Während die Trefferquote in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz sogar bei bis zu 75 Prozent liege, nehme sie in Norddeutschland deutlich ab und tendiere „eher Richtung Zufallsniveau“. Der maritime Einfluss von Nord- und Ostsee könne die Großwetterlage schneller umdrehen, erklärt Jung t-online auf Anfrage. „Für München ist die Regel also ein brauchbarer Anhaltspunkt, für Hamburg eher Folklore.“
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Ein weiterer Vorbehalt: Die Regel stammt noch aus der Zeit vor der Gregorianischen Kalenderreform von 1582. Demnach müsste heute eigentlich nicht mehr der 27. Juni betrachtet werden, sondern der 7. Juli zehn Tage später.
Aber Jung betont, dass es ohnehin weniger auf einen einzelnen Tag ankommt als auf eine Zeitspanne. „Profis schauen auf das gesamte Fenster von Ende Juni bis in die erste Juliwoche“, teilt er mit.










