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Europäische Flughäfen riskieren einen „systemischen Mangel“ an Kerosin, wenn die Straße von Hormus nicht innerhalb von drei Wochen vollständig wieder geöffnet wird. Als die Financial Times Und Corriere della Sera Wie am Freitag berichtet, hat der Airports Council International (Aci) Europe gewarnt, dass die Paraffinreserven zur Neige gehen und dass die Auswirkungen militärischer Aktivitäten die Versorgung belasten.
In einem Brief vom 9. April an die EU-Kommissare Apostolos Tzitzikostas (Verkehr) und Dan Jørgensen (Energie) wies Olivier Jankovec, Generaldirektor von Aci Europe, darauf hin, dass die Situation kritischer sei als ursprünglich berichtet und die Flugpläne der Fluggesellschaften gefährdet, insbesondere für die touristische Hochsaison im nächsten Sommer.
Nach Angaben der Financial Times passieren rund 40 % der weltweiten Treibstoffversorgung die Straße von Hormus. Corriere della Sera fügt ein alarmierendes Detail hinzu: Mehrere europäische Staaten verfügen nur über strategische Paraffinreserven für acht bis zehn Tage, bevor sie auf Rationierung zurückgreifen müssen.
In Italien haben mehrere Flughäfen bereits auf diese Notfallmaßnahme zurückgegriffen, nachdem es bei einem spezialisierten Betreiber zu Versorgungsschwierigkeiten gekommen war.
Erschwerend kommt hinzu, dass der in dieser Woche in Kraft getretene Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran auf der Preisseite noch keine Vorteile gebracht hat. Der Verkehr in der Straße von Hormus bleibt angespannt, im Persischen Golf sind immer noch rund 170 Millionen Barrel blockiert.
Der Flugtreibstoff lag am Donnerstag bei rund 1.573 US-Dollar pro Tonne, mehr als doppelt so hoch wie vor dem Konflikt, ein Wert, der die gesamte europäische Wirtschaft schwer zu belasten droht.
„Die verringerte Konnektivität, die sich unweigerlich aus einem Mangel an Kerosin ergeben würde, würde der europäischen Wirtschaft erheblich schaden und damit die makroökonomischen Auswirkungen steigender Ölpreise verschärfen“, schrieb Jankovec in dem von Corriere veröffentlichten Schreiben (Quelle auf Italienisch).
Die Forderungen der Verlader: Überwachung und EU-Sammelkäufe
In seinem am Donnerstag versandten Brief forderte Aci Europe die Europäische Kommission auf, außergewöhnliche Maßnahmen in Betracht zu ziehen, darunter die Möglichkeit eines EU-weiten Sammelkaufs von Flugtreibstoff und die Auferlegung gezielter Verpflichtungen für Raffinerien, um die Flugtreibstoffproduktion gegenüber anderen Produkten zu schützen.
Der Verband fordert außerdem eine dringende Kartierung der Produktion und Verfügbarkeit in den nächsten sechs Monaten, da es derzeit keine zentrale Überwachung gibt.
Steigende Kosten zwingen die Fluggesellschaften bereits dazu, ihre Dienste einzuschränken. Die Financial Times schrieb, dass American Delta Air Lines ihre Kapazität um 3,5 % kürzen werde, während Unternehmen wie die polnische Lot und Air New Zealand weniger profitable Flüge streichen und die Ticketpreise erhöhen.
Corriere della Sera weist auch darauf hin, dass eine eingeschränkte Konnektivität das Tourismus-Ökosystem, von dem die Wirtschaft vieler Mitgliedsstaaten abhängt, erheblich schädigen würde.
Der Präsident der Internationalen Energieagentur, die letzten Monat die Freigabe strategischer Ölreserven zur Eindämmung der Krise beschloss, beschrieb dies als die schlimmste Energiekrise in der Geschichte mit schwerwiegenden Auswirkungen auch auf die globale Ernährungssicherheit.










