True Crime in der Grenzregion
Warum musste die Familie von Axtmörder Bruno W. sterben?
22.02.2026 – 18:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Am 25. Oktober 2007 erschlug Bruno W. seine Frau und zwei Kinder. Der Täter hat seine Strafe inzwischen abgesessen. Aber bis heute bleiben viele Fragen offen.
In Hombourg, einem kleinen Dorf in der belgischen Gemeinde Plombières nahe Aachen, hat der 62-jährige Deutsche Bruno W. am 25. Oktober 2007 seine Familie getötet. Er erschlug seine 61-jährige Frau Irene und die Kinder Valentin (17) und Helena (19) mit einer Axt. Mehr als 50 Mal schlug er damit auf sie ein. Anschließend setzte er Teile des Hauses in Brand und meldete die Tat selbst der Polizei.
Die Polizei fand das Gebäude brennend vor. Die Opfer trugen schwerste Schädelverletzungen. Die Tochter Helena wurde zusätzlich mit einem Elektrokabel gewürgt, unklar ist aber, ob sie zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Valentin wurde im Hof des Anwesens aufgefunden, Irene im Eingangsbereich, Helena im Stall.
Der Ablauf der Tat ist klar dokumentiert: Morgens tötete Bruno W. zuerst seine Tochter Helena, mittags seine Frau Irene und am Nachmittag seinen Sohn. Nach den Morden versuchte er, den Hof an drei Stellen in Brand zu setzen.
Bruno W. gestand die Tat sofort. Vor Gericht gab er an, „verrückt“ gehandelt zu haben. Er sagte, er sei im Wahn gewesen. Psychologen und Sachverständige kamen vor dem Lütticher Regionalgericht jedoch zu dem Schluss, dass die Morde geplant waren. Schon vor der Tat hatte er sich laut Zeugenaussagen überlegt, seine Familie zu töten.
Die Persönlichkeit des Täters weist nach Ansicht der Sachverständigen mehrere Auffälligkeiten auf. Bruno W. galt als hochintelligent, als exzellenter Pädagoge und Spezialist für Konfliktbewältigung, litt aber an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Experten beschrieben ihn als ängstlich, unsicher, paranoid und zugleich selbstgerecht. Hinweise auf mögliche psychische Erkrankungen ließ das Gericht allerdings nicht weiter untersuchen.
Bruno W. stammt aus dem Kreis Heinsberg. Seine Kindheit war von emotionaler Vernachlässigung geprägt: Die leibliche Mutter starb kurz nach seiner Geburt, zu seiner Stiefmutter konnte Bruno W. keine Bindung aufbauen. Und auch der Vater war verschlossen. Bruno W. entwickelte schon während seiner Kindheit Strategien, um Konflikten aus dem Weg zu gehen, blieb isoliert, galt auch in Schule und Studium als Außenseiter und ließ kaum Empathie erkennen.
Auch beruflich blieb er trotz herausragender akademischer Leistungen erfolglos. Er arbeitete als VHS-Referent in Jülich und Aachen, später in der Jugendhilfe und als Buchhändler, doch Anerkennung und feste Anstellung blieben aus. Er litt an Depressionen und fühlte sich beruflich und privat blockiert.
