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Politik

Der CSD-Angriff – eine Tat mit politischen Folgen

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 26, 2026
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Der CSD-Angriff – eine Tat mit politischen Folgen

Sicherheitsdebatte

Der CSD-Angriff – eine Tat mit politischen Folgen

Aktualisiert am 26.07.2026 – 13:26 UhrLesedauer: 4 Min.

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Nach dem Angriff auf den CSD wird an die Opfer erinnert. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

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Nach dem Autoangriff auf den CSD in Berlin wird nach einem 21-Jährigen mit islamistischen Bezügen gefahndet. Sofort beginnt die politische Debatte – und das mitten im Wahlkampf.

Es ist eine grauenhafte Tat. Bei einem Autoangriff im Tiergarten ist eine Frau gestorben, 16 weitere Menschen sind teils schwer verletzt. Ausgerechnet beim Christopher Street Day, dem vielleicht buntesten, fröhlichsten, lautesten, größten politischen Fest der Hauptstadt. „Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft“, schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz am Morgen danach auf X.

Aber es ist auch eine Tat, die politische Folgen haben wird. In Berlin läuft der Wahlkampf vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September, auch in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wird in wenigen Wochen gewählt. Als mutmaßlicher Täter zur Fahndung ausgeschrieben wird der 21-jährige Abdul B., laut Berliner Polizei polizeibekannt aus der islamistischen Szene. Die Debatte begann umgehend.

Das Wort vom „Kuschelkurs“

„Schützt die Berliner vor gewaltbereiten Islamisten“, schrieb die Berliner AfD-Landesvorsitzende Kristin Brinker auf X. Sie brachte die Tat in Zusammenhang mit einer angeblich „katastrophale Migrationspolitik der vergangenen Jahre“ und einem vermeintlichen „Kuschelkurs gegenüber gewaltbereiten Islamisten“.

Der CDU-Innenpolitiker Günter Krings forderte in der „Rheinischen Post“ ein härteres Strafmaß für islamistische Attentäter – sollte sich bewahrheiten, dass es sich im Berliner Fall um einen solchen handele. Auch strengere Regeln bei der Einbürgerung brachte er ins Gespräch. Sein Parteikollege Alexander Throm sagte dem „Tagesspiegel“, alle in Arbeit befindlichen Sicherheitsgesetze müssten unmittelbar nach der Sommerpause verabschiedet werden.

Radikalisierung über das Internet

Tatsächlich waren zu dem Zeitpunkt über den oder die Verdächtigen wenige Details bekannt. Abdul B. soll nach einem Bericht der „Bild“ deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln sein. Nach dpa-Informationen hat er Familie in Berlin und wurde im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. Der Hinweis der Polizei auf einen Islamismus-Bezug wirft die Frage auf, wo und wie er sich radikalisiert haben könnte.

Auto rast in Menschenmenge - CSD abgebrochenVergrößern des Bildes
Die Behörden schrieben einen 21-jährigen Verdächtigen zur Fahndung aus. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Felix Neumann, Terrorismusexperte bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, sagte der Deutschen Presse-Agentur, Radikalisierung finde zunehmend über das Internet statt. „Grundsätzlich würde ich sagen, sehen wir vor allem beim Islamismus als auch beim Rechtsextremismus, dass die digitale Komponente immer weiter zugenommen hat“, sagte der Experte. Eine wichtige Rolle spielten die sozialen Netzwerke. Junge Leute sähen immer dieselben Inhalte und seien in ihrer von Algorithmen beeinflussten Bubble.

Pläne im Internet

„Die offene Frage, und das wird sich dann mit den Ermittlungen zeigen, ist, ob es dann einen Kontakt zu einer islamistischen Organisation gegeben hat“, sagte Neumann. Auch solche Kontakte würden über soziale Medien hergestellt. „Dann würden eben auch entsprechende Anleitungen übermittelt werden, wie man effizient einen Anschlag durchführen kann, wie man dann vielleicht, wie man jetzt ja auch gesehen hat, vom Tatort fliehen kann, ohne dass man sofort geschnappt wird.“

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