Von Ronaldo bis Lindemann
Dieser Berliner Promi-Anwalt vertritt jetzt Christian Ulmen
21.03.2026 – 17:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Christian Schertz zählt zu Deutschlands bekanntesten Medienanwälten. Die Promi-Liste der Berliner Kanzlei ist lang.
Ein Name fällt oft, wenn Prominente medial unter Druck geraten: Christian Schertz. Der Berliner Medienanwalt wurde spätestens durch die Böhmermann-Erdogan-Affäre bundesweit bekannt. Schon vorher vertrat er Prominente wie Fußballer Lukas Podolski – damals gegen Böhmermanns Radioparodie „Lukas Tagebuch“.
Aber auch internationale Superstars standen auf seiner Mandantenliste. 2017 erwirkte er für Cristiano Ronaldo eine einstweilige Verfügung gegen den „Spiegel“ wegen dessen „Football Leaks“-Berichterstattung. Im Berufungsverfahren vor dem OLG Hamburg nahm Schertz’ Kanzlei den Antrag zurück, bevor er diese Niederlage kassieren konnte.
Ebenfalls sehr öffentlichkeitswirksam: die Verteidigung des Rammstein-Sängers Till Lindemann. Sein Kanzleipartner Simon Bergmann vertrat zudem Comedian Luke Mockridge, gegen den mehrere Frauen sowie eine Ex-Freundin Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben hatten. Schertz ging in diesen Fällen wirksam gegen die Medienberichterstattung zu seinen Mandanten vor.
Ein weiterer häufig erwähnter Fall stammt aus dem Jahr 2018: Die Kanzlei beriet damals Frauen, die Regisseur Dieter Wedel Missbrauch vorwarfen. Wedel zog sich danach aus dem Fernsehen zurück.
Jetzt also Christian Ulmen. Eine Verbindung zum Fall gab es bereits früher: In einer zweiteiligen ZDF-Dokumentation begleitete Collien Fernandes die Suche nach dem Ursprung der Deepfakes zu ihrer Person im Netz. Schertz trat dort als Experte auf. Damals gab es noch keine Hinweise auf den möglichen Urheber.
Schertz sprach in der Dokumentation allgemein über Deepfakes – also täuschend echt wirkende, digital manipulierte Bilder oder Videos. Bei Deepfake-Pornos sei die scheinbare Echtheit für Betroffene „furchtbar traumatisierend“. Er nannte solche Fälschungen eine „mediale Vergewaltigung“ und warnte: Auf gefälschte Bilder könnten auch Taten folgen.
Wie die Hilfsorganisation „HateAid“, die Opfer von Gewalt und Hass im Netz berät, mitteilt, sind von digitaler Gewalt überproportional Frauen betroffen. Oft werden Inhalte wie Deepfakes, sogenannter „Revenge Porn“ oder private Bilder geteilt. Neben dem eigentlichen Trauma leiden viele Opfer unter einer sogenannten „Retraumatisierung“: Weil sie diese Inhalte immer wieder sehen müssen, um sie auf den Plattformen zu melden und entfernen zu lassen.
