Mit mehr als 2.300 Mitgliedern, bundesweit 43 Arbeitskreisen und mehr als 500 Projekten pro Jahr spielt die GVFD eine zentrale Rolle in der zivilgesellschaftlichen Bildung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Jugendarbeit: Bei Projekten in Gedenkstätten übernehmen junge Menschen beispielsweise selbst eine Lehrtätigkeit, erforschen die regionalen Biografien von NS-Verfolgten oder führen Interviews mit Zeitzeugen. In der Erwachsenenbildung gehören Polizisten zu denen, die zu „Botschaftern der Demokratie“ ausgebildet werden – zur Stärkung und Vermittlung demokratischer Haltungen.
Streiten ohne Eskalation
Ein besonders beliebtes Kursangebot der GVFD ist das Argumentationstraining. Larissa Bothe, Gruppenleiterin für Bildung und Kompetenzentwicklung, leitet viele dieser Kurse selbst: „Das gesellschaftliche Klima wird immer rauer und die Polarisierung im Alltag nimmt zu. Viele Menschen fragen sich, wie sie darauf reagieren sollen.“
Bothe erklärt, dass es in solchen Fällen kein einheitliches Rezept oder Erfolgsrezept gibt. „Es ist wichtig, sich der eigenen Haltung bewusst zu sein. Man sollte offen, ruhig und respektvoll bleiben.“ Mit anderen Worten: Stellen Sie Fragen, zeigen Sie Interesse, verwenden Sie Ich-Botschaften, greifen Sie nicht an und versuchen Sie nicht, in Verlegenheit zu geraten. „Wir vermitteln Strategien und machen den Menschen klar, dass sie nicht allein sind, sondern Stellung beziehen dürfen.“ Damit setzt sich der Verein im wahrsten Sinne des Wortes „gegen das Vergessen und für die Demokratie“ ein. Denn, wie Liane Czeremin es ausdrückt: „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – es ist ein Prozess, in dem wir alle unseren Teil beitragen müssen.“
