Bewegung in der Natur

Kann Gartenarbeit das Demenzrisiko senken?


04.03.2026 – 14:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Älteres Paar im Garten (Symbolbild): Gartenarbeit kann der geistigen und seelischen Gesundheit zugutekommen. (Quelle: Wavebreakmedia/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Unkraut jätend dem geistigen Verfall vorbeugen? So einfach ist es leider nicht. Dennoch gibt es gute Gründe, im Rahmen der Demenzvorsorge auch Gartenarbeit zu betreiben.

Wer Spaß am Gärtnern hat und dafür noch fit genug ist, fragt sich vielleicht, wie gesund dieses Hobby eigentlich ist: Kann das schweißtreibende Buddeln, Mähen, Schneiden, Gießen, Harken, Düngen und Ernten womöglich gefürchteten Altersleiden wie Demenz vorbeugen?

Die kurze und nüchterne Antwort lautet: Dafür gibt es bislang keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Zwar deuten mehrere Beobachtungsstudien aus den vergangenen Jahren darauf hin, dass ältere Menschen, die häufig im Garten arbeiten, seltener eine Demenz entwickeln, also offenbar ein geringeres Risiko dafür haben. Das Problem an solchen Studien ist allerdings, dass sie nur Zusammenhänge zeigen. Sie können nicht beweisen, dass das Gärtnern selbst die Ursache für das geringere Risiko ist.

Denkbar wäre auch die umgekehrte Logik: Im Vergleich zu gesunden Betagten sind Demenzkranke zu anstrengenden und anspruchsvollen Tätigkeiten wie Gartenarbeit schlicht häufig nicht mehr imstande. Eine große Langzeitstudie aus Großbritannien deutet genau darauf hin. Den Befunden zufolge ist der Rückzug aus Freizeitaktivitäten oft ein frühes Zeichen einer beginnenden Demenz, das schon Jahre vor der Diagnose auftreten kann.

In der Untersuchung ging es genau wie in den erwähnten Beobachtungsstudien um die Frage, ob Freizeitaktivitäten – etwa soziale Treffen, kulturelle Aktivitäten oder eben Gartenarbeit – das Demenzrisiko verringern. Allerdings folgte das Forschungsteam den Teilnehmenden deutlich länger als in den anderen Studien, nämlich 18 Jahre lang, und ging methodisch besser vor.

Zu Beginn waren die Teilnehmenden im Durchschnitt etwa 56 Jahre alt. Im Verlauf der Studie wurden sie immer wieder befragt, wie häufig sie welchen Freizeitaktivitäten nachgingen. Zudem konnten die Forschenden mithilfe von medizinischen Gesundheitsdaten überprüfen, bei welchen Teilnehmenden eine Demenz diagnostiziert wurde.

Anschließend wurde verglichen, ob aktive Menschen später seltener an Demenz erkrankten als eher passive Personen. Dabei stellte sich überraschenderweise heraus: Wie viel jemand mit etwa Mitte 50 in seiner Freizeit tat, hatte keinen Einfluss darauf, ob er viele Jahre später eine Demenz entwickelte. Erst wenn die Aktivitäten im höheren Alter betrachtet wurden – also relativ kurz vor der Diagnose –, schien es einen Zusammenhang zu geben: Wer zu diesem Zeitpunkt weniger aktiv war, bekam im Verlauf häufiger eine Demenzdiagnose.

Daraus zogen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den oben genannten Schluss: Wenn jemand aufhört, im Garten zu arbeiten, seltener Freunde trifft oder andere Hobbys aufgibt, könnte das in manchen Fällen bereits ein frühes Symptom der beginnenden Erkrankung sein, nicht deren Ursache. Demenz entwickelt sich oft über viele Jahre, bevor sie diagnostiziert wird. Erste Veränderungen – etwa Konzentrationsprobleme oder Schwierigkeiten im sozialen Umgang – können dazu führen, dass Betroffene nach und nach weniger unternehmen.

Wenngleich Studien bislang keine vorbeugende Wirkung gegen Demenz beweisen, spricht einiges dafür, Gartenarbeit als Teil eines gehirngesunden Lebensstils zu betrachten. Sie vereint mehrere Faktoren, die Fachleute ausdrücklich zur Demenzprävention empfehlen. Allen voran: regelmäßige körperliche Ertüchtigung. Bewegung gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Schutzfaktoren. Je nachdem, was eine Person genau im Garten macht und wie lange und regelmäßig sie diese Tätigkeiten ausübt, kann sie damit mehr oder weniger intensiv ihre Ausdauer, Kraft und Koordination trainieren.

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