Überraschend erscheint das Ergebnis ebenfalls: Entgegen gängiger Empfehlungen reicht es nicht, im Alter irgendwie geistig aktiv zu bleiben. Die anderen Trainingsformen haben laut der Studie keinen nennenswerten Einfluss auf das Demenzrisiko. Die Art der mentalen Stimulation ist also nicht egal, sondern kann einen erheblichen Unterschied machen: Die Verarbeitungsgeschwindigkeit – die geistige Schnelligkeit – spielt im Hinblick auf das Demenzrisiko wohl eine Schlüsselrolle.

Im Geschwindigkeitstraining wird die Fähigkeit, Reize schnell zu verarbeiten, geschult: Die Probanden saßen vor einem Computerbildschirm und mussten kurze visuelle Aufgaben lösen. Typischerweise wurde für einen Sekundenbruchteil ein Objekt in der Bildschirmmitte gezeigt – etwa ein Auto oder ein Verkehrsschild. Gleichzeitig erschienen am Rand weitere Reize. Anschließend mussten die Testpersonen angeben, was sie gesehen hatten und wo sich bestimmte Symbole befanden.

Entscheidend war dabei, dass sich das Training an die Leistungen des Einzelnen anpasste, also in individuellem Maße immer schwieriger wurde: Die Reize erschienen immer kürzer auf dem Bildschirm, es kamen Ablenkungen hinzu, mehrere Dinge mussten gleichzeitig beachtet werden oder die gesuchten Symbole tauchten an verschiedenen Stellen auf. Unter anderem dieser „adaptiven“ Qualität könnte das Training seine Wirksamkeit verdanken, vermutet das Forschungsteam.

Trainingsprogramme, die ältere Menschen geistig fit halten sollen, gibt es bereits. Nach Ansicht der Studienautoren sollten sie weiterentwickelt werden, insbesondere solche, die sich in der Studie als wirkungsvoll erwiesen haben.

Allerdings sollten die Forschungsergebnisse nicht übermäßig optimistisch stimmen: Einen eindeutigen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Training und Demenzrisiko liefern sie nicht. Andere Faktoren wie Lebensstil, Bildung, körperliche Aktivität oder Vorerkrankungen könnten das Ergebnis mitbeeinflusst haben.

Außerdem sind die beobachteten Effekte nicht so groß, als dass ein Hirntraining allein vor Demenz schützen könnte. Vielmehr sollte es ein Baustein unter mehreren sein, betonen auch die Forscher.

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