1. FC Köln
Dem FC versagen die Nerven: Jetzt muss die Sofa-Rettung her
02.05.2026 – 21:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Es hätte die nahezu perfekte Rettung im Kampf um den Klassenerhalt sein können. Doch dem 1. FC Köln haben bei Union Berlin die Nerven versagt.
Nach 70 Minuten schien alles perfekt. Der 1. FC Köln führte beim 1. FC Union Berlin mit 2:0. Marius Bülter und Said El Mala hatten die Geißböcke mit ihren Toren auf Kurs gebracht. Die drei Punkte, da waren sich alle Experten einig, würden – wenn auch noch nicht rein rechnerisch, dann aber doch menschenmöglich – zum Klassenerhalt reichen.
Das Problem dabei: Dem FC versagten fortan die Nerven. Erst wechselte René Wagner ohne Not die gesamte Offensive aus und nahm neben El Mala auch Dauerläufer Jakub Kaminski und Kopfballspieler Bülter vom Feld. Die Folge: Nur zwei Minuten nach dem Wechsel traf Union per Standard – einer von Wagners Einwechselspielern, Youssoupha Niang, tauchte unter dem Ball durch, sodass Tom Rothe einköpfen konnte. Und als Livan Burcu den Ausgleich erzielte, gewährte ein zweiter Einwechselspieler, Jan Thielmann, dem Torschützen brav Geleitschutz.
So wurde aus einem 2:0 und der Vorentscheidung noch ein 2:2 und ein weiteres Zittern für den FC. Die Geißböcke können freilich trotzdem nun gleich an zwei Tagen auf dem Sofa zuhause den Klassenerhalt feiern. Erst am Sonntag, sollte St. Pauli zuhause gegen Mainz verlieren und Wolfsburg in Freiburg nicht gewinnen. Und dann noch einmal nächste Woche Samstag, wenn St. Pauli bei RB Leipzig ran muss und die Wölfe den FC Bayern empfangen.
Die Geißböcke spielen selbst erst wieder sonntags zuhause gegen den 1. FC Heidenheim. Bis dahin könnte trotz des verspielten Sieges bei Union der Klassenerhalt schon eingetütet sein. Falls nicht, müsste der FC noch einmal alles aus sich herausholen. Denn Heidenheim hat am Samstag beim spektakulären 3:3 in München gezeigt, dass sich die Mannschaft von Frank Schmidt nicht hängen lässt.
Einen echten Aufreger gab es am Samstag an der Alten Försterei aber auch noch: Das Ausgleichstor fiel nur Sekunden, nachdem Union einen Einwurf nicht in Fairplay-Manier zum FC zurückgespielt hatte. Was war passiert? Kölns Eric Martel war am Mittelkreis mit einem Krampf liegen geblieben. Teamkollege Felipe Chavez spielte den Ball daraufhin ins Seitenaus, um Martel eine Behandlung zu ermöglichen.
Das unausgesprochene Gesetz des Fairplay besagt, dass anschließend die Mannschaft mit dem Einwurf den Ball zur gegnerischen Mannschaft zurückspielt. Unions Kapitän Christopher Trimmel jedoch sah dies anders und wertete die Ausgleichschance wichtiger als den Fairplay-Gedanken. Nur Sekunden, nachdem er den Einwurf ausgeführt hatte, zog Burcu aus der zweiten Reihe ab und traf zum 2:2.
„Es ist ein bisschen schade, weil es schon Fairplay ist, den Ball zurückzuspielen“, sagte FC-Torschütze Bülter hinterher. „Pippo spielt ihn klar ins Aus. Wir können es aber nicht mehr ändern und es bringt daher nichts, sich noch groß aufzuregen.“ Bülter wusste wohl auch: Der FC hatte den Sieg nicht erst wegen des Einwurfs wieder aus der Hand gegeben. Stattdessen gilt es nun abzuwarten, was die Konkurrenz macht.










