Italien oder Deutschland?

Die Debatte um den „Killer“ nimmt wieder Fahrt auf


15.10.2026 – 09:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Nicolò Tresoldi: Der 22-Jährige begeisterte am Dienstag in der Champions League. (Quelle: IMAGO)

Nicolò Tresoldi könnte für drei Nationalmannschaften spielen, darunter auch Deutschland. Der junge Stürmer macht auf sich aufmerksam.

Einen besseren Gegner für seinen Dreierpack in der Champions League hätte sich Nicolò Tresoldi nicht aussuchen können. Tresoldi ist Fan des italienischen Riesen AC Mailand, am Dienstag traf er auf dessen Stadtrivalen Inter. Mit Club Brügge gewann der 22 Jahre alte Stürmer mit 4:3 in der Modemetropole, ein heftiger Dämpfer für den italienischen Meister Inter.

Die Zeitung „Gazzetta dello Sport“ titelte tags darauf: „Tresoldi, was für eine Nacht. Er ist ein Killer – genau deshalb will ihn Italien. Als Milan-Fan spielt er im San Siro wie von einem anderen Stern.“ Mit der Formulierung „genau deshalb will ihn Italien“ war kein Transferwunsch von Serie-A-Klubs gemeint, sondern die „Squadra Azzurra“, die Nationalmannschaft des Landes. Denn für die könnte Tresoldi aufgrund seines italienischen Vaters ebenso spielen wie für die deutsche Nationalmannschaft. Selbst die argentinische Auswahl wäre möglich, weil seine Mutter aus dem Land des amtierenden Vizeweltmeisters kommt.

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Entscheiden will sich Tresoldi aber erst im Sommer 2027. Bis dahin spielt er im DFB-Trikot, wenn auch nur für die U21-Nationalmannschaft. Ruhiger wird die Debatte um ihn dadurch nicht, ganz im Gegenteil. Beim 4:3-Sieg Brügges in Mailand bekam Italien deutlich zu sehen, was der bei Hannover 96 ausgebildete Stürmer auf dem Kasten hat. Einigkeit, ob der Auftritt Tresoldis den Chancen der „Squadra Azzurra“ nun geholfen oder geschadet habe, gab es in den Landesmedien aber keine. Die „Gazzetta dello Sport“ war sich sicher: „Nach einer solchen Nacht besteht die Hoffnung, dass sich der Wind uns zuwendet.“ Das Portal „Tuttomercatoweb“ hingegen behauptete, dass die Sorge beim italienischen Verband wachse, dass er sich für Deutschland entscheiden könnte.

Nicolò Tresoldi führte die U21 des DFB zuletzt gegen Georgien als Kapitän auf den Platz. (Quelle: IMAGO/Noah Wedel)

Tresoldi selbst reagierte am Dienstag gelassen. „Ich habe mit den Leuten gesprochen, mit denen ich sprechen musste: Klopp, Mancini, dem deutschen und dem italienischen Verband“, sagte er und betonte: „Ich habe ihnen meinen Standpunkt dargelegt, und sie wissen Bescheid. Mal sehen.“

Der „Killer“ kehrt im Dezember zurück nach Italien

Jahrelang sah es so aus, als würde Tresoldi auch im Männerbereich für Deutschland auflaufen, doch die Avancen des neuen italienischen Nationaltrainers Roberto Mancini im Sommer veränderten die öffentliche Wahrnehmung. Dem DFB war aber schon vorher bewusst, dass Tresoldis Zukunft auch ohne den Bundesadler auf der Brust stattfinden könnte. Der Verband legt im Werben um das Sturmtalent große Hoffnungen in U21-Trainer Antonio di Salvo, der den Zwiespalt Tresoldis gut nachempfinden kann. Di Salvo hat ebenfalls italienische Wurzeln.

Der umworbene Torjäger will sich aber nicht von seinem Plan abbringen lassen. Die Entscheidung fällt erst im Sommer 2027. Klar ist jedoch: Bis dahin schauen bei den Champions-League-Spielen von Club Brügge gleich mehrere Verbände hin. Ganz besonders im Dezember, wenn Tresoldi mit seinem Team in Neapel zu Gast ist, und im Januar, wenn es dann nach Stuttgart geht. Vielleicht schlägt der „Killer“ dann wieder zu.

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