Auftritt endet im Debakel
Ein einziges Wort zerstört Putins Märchen
Aktualisiert am 20.06.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 4 Min.
Zum ersten Mal seit einem Jahr traut sich Wladimir Putin zu seinem Volk hinaus. So zumindest der Anschein. Doch ein Funkspruch zerstört die Inszenierung.
Wladimir Putin steigt aus seinem Wagen und geht auf eine wartende Menschenmenge zu. Einige strecken ihm die Hand entgegen, andere halten ihre Smartphones hoch. Der russische Präsident lächelt, schüttelt Hände und bleibt für kurze Gespräche stehen. Es sind Bilder, die in Russland selten geworden sind.
Am Mittwoch stattete Putin der Millionenstadt Kasan einen seiner seltenen Besuche ab. Es war das erste Mal seit sieben Monaten, dass der Kremlchef sich außerhalb der Machtzentren Moskau und Sankt Petersburg bewegt hat. Eine derart lange Unterbrechung gab es selbst während der Corona-Pandemie nicht.
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Es war das erste Mal seit fast einem Jahr, dass der Kremlchef auf Tuchfühlung mit seinem Volk ging. Zumindest sollte es so aussehen. Wer die Aufnahmen genauer betrachtet, erkennt schnell, dass bei Putins Spaziergang nichts dem Zufall überlassen wurde.
Kämpfer in Tarnuniformen umgeben Wladimir Putin
Bei seinem Ausflug vor die Mauern des Kreml in Kasan wird Putin von zahlreichen Sicherheitskräften begleitet. Zwischen den Männern in Zivil sind auch bewaffnete Kämpfer in Tarnuniformen zu sehen. Sie tragen Spezialausrüstung und bewegen sich dicht in der Nähe des Präsidenten.
Nach Einschätzung der Militäranalysten des Conflict Intelligence Team (CIT) handelt es sich dabei höchstwahrscheinlich um Angehörige einer Spezialeinheit des Föderalen Schutzdienstes FSO – genauer gesagt um die Spezialeinsatzabteilung des Sicherheitsdienstes des Präsidenten.
Tatsächlich könnten Mitglieder des FSO die Einzigen gewesen sein, die an diesem Tag Putin die Hand schütteln durften. Die Vermutung, dass in Wahrheit nur Angehörige des Kreml-Sicherheitsapparats in die Nähe von Putin dürfen, begleitet die öffentlichen Auftritte des russischen Staatschefs seit Jahren. Und nun stützt ein Versprecher einer seiner Sicherheitsleute diese Vermutung.
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Ein verräterischer Funkspruch überführt Wladimir Putin
In Kasan haben Kameras zufällig eine Bemerkung eines FSO-Mannes eingefangen. „Wir sind raus aus der Statistentruppe …“, funkte er durch, nachdem Putin einigen Leuten die Hand geschüttelt und seinen Weg fortgesetzt hatte.
Der vollständige Satz des Sicherheitsmitarbeiters ist wegen der Umgebungsgeräusche und des Windes nicht zu verstehen. Doch das entscheidende verräterische Wort „Massowka“ ist deutlich zu hören – der im Russischen gebräuchliche Begriff für Statisten.









