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Home » DDR-Drama wurde im Schnitt gestoppt
Unterhaltung

DDR-Drama wurde im Schnitt gestoppt

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 31, 2026
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DDR-Drama wurde im Schnitt gestoppt

Im Stream verfügbar

In der DDR verboten: Dieses Drama durfte mehr als 20 Jahre nicht gezeigt werden


30.07.2026 – 12:04 UhrLesedauer: 2 Min.

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„Berlin um die Ecke“: In der DDR war die Aufführung des Films untersagt. (Quelle: DEFA Filmstiftung/Heinz Wenzel)

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Noch vor der Fertigstellung landete „Berlin um die Ecke“ auf der Liste der verbotenen Filme der DDR. Mehr als 20 Jahre vergingen bis zur Premiere.

Infolge des 11. Plenums des Zentralkomitees der SED erhielten mehrere DDR-Filme ein deutliches Aufführungsverbot und wurden aus dem Verkehr gezogen. Während einige Werke bereits im Kino angelaufen waren, befanden sich andere Projekte noch mitten in der Produktion. „Berlin um die Ecke“ sah sich im Frühjahr 1966 mit Kritik konfrontiert. Während der Schnittphase wurde das Drama verboten.

Darum geht es in „Berlin um die Ecke“

Die Freunde Olaf (Dieter Mann) und Horst (Kaspar Eichel) arbeiten in einem Metallbetrieb und wollen dort die Arbeitsbedingungen verbessern. Als Mitglieder der Jugendbrigade setzen sie sich für modernere Maschinen und kleine Veränderungen am Arbeitsplatz ein. Bei den Alteingesessenen stößt dieser Aktionismus auf Widerstand.

Lediglich der stille Arbeiter Paul Krautmann (Erwin Geschonnek) stellt sich auf die Seite der jungen Kollegen. Mit dem plötzlichen Tod Krautmanns verändern sich die Dinge jedoch schlagartig. Ihren Unmut lassen Olaf und Horst auch in der betriebseigenen Zeitung aus, was sie in den Fokus der Betriebsleitung rückt.

Warum ist „Berlin um die Ecke“ sehenswert?

Gerhard Kleins Drama „Berlin um die Ecke“ wirkt fragmentarisch, da es in der Schnittphase verboten und die Fertigstellung jahrelang blockiert wurde. Die Tageszeitung „Berliner Morgenpost“ schreibt: „Heute ist „Berlin um die Ecke“ ein Zeit-Bild, das viel über den Ostteil Berlins so kurz nach der dramatischen Zäsur des Mauerbaus erzählt. Und doch ist der Film wie die Gedächtniskirche: unvollständig, ein Fragment, das auch so belassen wurde.“

1990 feierte das Drama seine Premiere. Im Jahr 2016 lief er zudem auf der Berlinale im Rahmen der Retrospektive und erreichte eine neue Generation von Filmliebhabern. Die internationale Filmdatenbank „IMDb“ vergibt 7,1 von 10 möglichen Sternen.

Mittlerweile steht der Film auch auf verschiedenen Streamingportalen zur Verfügung. Bei Prime Video ist „Berlin um die Ecke“ kostenfrei abrufbar.

Angebliche Falschdarstellungen führten zum Verbot

Die Liste an Vorwürfen, die von der Regierung geäußert wurden, ist lang. Wie das Filmfestival „Berlinale“ zusammenfasst, standen besonders folgende Aspekte im Fokus: „Vorgeworfen wurde den Autoren unter anderem, sie hätten einen Generationenkonflikt als gesetzmäßig und unüberbrückbar dargestellt, vorhandene Probleme im Produktionsalltag übertrieben und entstellt und die sozialistische Wirklichkeit unfreundlich und trist gezeichnet.“

In den Augen der DDR-Regierung war diese Darstellung unzulässig. Die Konfrontation mit der Realität, dass die Welt nicht so ist, wie es sich die Funktionäre vorstellten, widersprach der DDR-Führung. Aus Angst, die systemkritischen Filme könnten Aufbegehren unter den Bürgern verursachen, entzog man Filmen wie „Berlin um die Ecke“ jede Lizenz.

Regisseur Gerhard Klein erlebte die späte Fertigstellung und Premiere seines Werkes nicht mehr. Er verstarb 1970 im Alter von 50 Jahren. Dass er mit seinem Film nachhaltig einen Nerv traf, in den auch die anderen DDR-Filme stachen, beschreibt die „Berliner Morgenpost“: „Seither aber gelten sie als Klassiker, als Dokumente ihrer Zeit, und geben ein Bild jener Wirklichkeit, die die Machthaber der DDR nie wahrhaben wollten. Eine Realitätsverweigerung und -leugnung, an der der Staat dann auch zugrunde ging.“

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