Dax-Konzerne zeigen Stärke

Rekord: 55 Milliarden für Aktienrückkäufe


Aktualisiert am 26.03.2026 – 14:57 UhrLesedauer: 3 Min.

Skyline von Frankfurt am Main: Dax-Konzerne möchte eigene Aktien im Wert von knapp 55 Milliarden Euro zurückkaufen. (Quelle: jotily)

Aktienrückkäufe gelten als Kurstreiber – doch sie können auch täuschen. Für Anleger lohnt sich ein kritischer Blick hinter die Zahlen.

Nach drei starken Börsenjahren gerät der Dax 2026 unter Druck. Doch viele Konzerne stemmen sich gegen den Trend – mit einem milliardenschweren Instrument. Für insgesamt 54,6 Milliarden Euro wollen Dax-Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen, wie Berechnungen des Handelsblatt Research Institute zeigen.

Ein Jahr zuvor lagen die Rückkäufe den Berechnungen zufolge bei etwa 39 bis 40 Milliarden Euro. Damit könnten die geplanten Rückkäufe im Jahr 2026 einen neuen historischen Rekord erreichen. Mehr als die Hälfte der 40 Dax-Konzerne beteiligt sich daran. Besonders aktiv sind Deutsche Post, Siemens, Siemens Energy (jeweils sechs Milliarden Euro) und SAP mit sogar zehn Milliarden Euro.

Doch was steckt wirklich dahinter? Sind Aktienrückkäufe ein starkes Signal für Anleger – oder nur ein Trick, um Zahlen besser aussehen zu lassen?

Beim sogenannten Aktienrückkauf (englisch: Buyback) kauft ein Unternehmen eigene Aktien an der Börse zurück. Dadurch sinkt die Zahl der frei handelbaren Aktien. Wichtig: Ein solches Programm muss zuvor von den Aktionären auf der Hauptversammlung genehmigt werden.

Die Rückkäufe erfolgen nicht auf einmal, sondern meist über Monate oder Jahre hinweg. Der Effekt: Der Gewinn verteilt sich auf weniger Aktien. Dadurch steigt der Gewinn je Aktie – eine wichtige Kennzahl für Investoren.

Das kann den Aktienkurs stützen oder sogar steigen lassen. Auch die Dividende je Aktie kann rechnerisch höher ausfallen, wenn das Unternehmen insgesamt gleich viel ausschüttet. Für Sie als Anleger heißt das: Rückkäufe können ein Signal sein, dass ein Unternehmen Kapital an seine Aktionäre zurückgeben will – ähnlich wie eine Dividende.

Trotzdem sehen viele Experten Aktienrückkäufe kritisch. Der zentrale Vorwurf: Sie verbessern oft nur die Optik – nicht das Geschäft selbst. Denn der Gewinn je Aktie steigt auch dann, wenn das Unternehmen gar nicht mehr verdient, sondern nur weniger Aktien im Umlauf sind. Die Kennzahlen sehen besser aus, obwohl sich das operative Geschäft nicht verändert hat.

Hinzu kommt ein möglicher Zielkonflikt: Geld, das in Rückkäufe fließt, fehlt unter Umständen für Investitionen, etwa in neue Produkte, Digitalisierung oder Forschung. Das kann langfristig die Wettbewerbsfähigkeit schwächen.

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