Erneut zusammengebrochen

Das steckt hinter Christian Eriksens Herzproblem


08.06.2026 – 13:02 UhrLesedauer: 3 Min.

Christian Eriksen: Dänemarks Fußball-Star erlitt während eines Länderspiels erneut einen Zusammenbruch. (Quelle: IMAGO/Gonzales Photo/Kent Rasmussen/imago)

Christian Eriksens Herzproblem macht sich erneut bemerkbar. Warum ein plötzlicher Herzstillstand bei jungen Sportlern manchmal das erste Anzeichen einer Erkrankung ist.

Als der dänische Nationalspieler Christian Eriksen bei der Fußball-Europameisterschaft 2021 im Spiel gegen Finnland plötzlich auf dem Rasen zusammenbrach, hielt die Fußballwelt den Atem an. Millionen Menschen verfolgten die dramatischen Szenen, während Ärzte den Profi direkt auf dem Spielfeld reanimierten.

Eriksen überlebte den Herzstillstand und kehrte später mit einem Defibrillator in den Profifußball zurück. Nun ist er während eines Länderspiels gegen die Ukraine erneut auf dem Spielfeld zusammengebrochen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Doch was genau steckt hinter seinem Herzproblem und warum kann ein plötzlicher Herzstillstand selbst junge, durchtrainierte Sportler treffen?

Was war die Ursache für Christian Eriksens Herzstillstand?

Nach Angaben der Deutschen Welle stellte sich nach dem Vorfall heraus, dass Eriksen an einer erblich bedingten Verdickung des Herzmuskels leidet. Mediziner sprechen von einer hypertrophen Kardiomyopathie (HCM). Bei dieser Erkrankung verdickt sich der Herzmuskel krankhaft. Die Veränderung ist häufig genetisch bedingt und kann über Jahre unbemerkt bleiben. Das Problem: Der verdickte Herzmuskel kann die elektrische Reizleitung des Herzens stören. Dadurch steigt das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen.

Viele Betroffene bemerken lange Zeit keine Beschwerden. In manchen Fällen ist der plötzliche Herzstillstand sogar das erste Symptom für die Erkrankung.

Weitere Ursachen für plötzlichen Herzstillstand sind die koronare Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche, Herzmuskelentzündungen, Herzklappenerkrankungen und andere angeborene Herzmuskelerkrankungen sowie Drogenabhängigkeit. Mehr zu den einzelnen Ursachen des Herzstillstands erfahren Sie hier.

Sind Sportler besonders gefährdet?

Gerade bei jüngeren Menschen unter 40 Jahren gehören angeborene oder genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen zu den häufigsten Ursachen eines plötzlichen Herzstillstands. Sport ist dabei nicht die eigentliche Ursache. Körperliche Höchstbelastungen können jedoch bestehende, bislang unerkannte Herzprobleme sichtbar machen oder gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

Experten betonen gleichzeitig: Regelmäßige Bewegung schützt das Herz grundsätzlich und senkt langfristig das Risiko vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Worauf Sport-Anfänger achten sollten und welche Warnzeichen beim Sport auftreten können, erfahren Sie hier.

Was passiert bei einem plötzlichen Herzstillstand?

Der plötzliche Herztod wird meist durch eine schwere Herzrhythmusstörung ausgelöst, Mediziner sprechen von Kammerflimmern. Dabei schlagen die Herzkammern so schnell und ungeordnet, dass das Herz kein Blut mehr in den Körper pumpt.

Innerhalb weniger Sekunden bricht der Kreislauf zusammen. Der Blutdruck fällt auf null, das Gehirn erhält keinen Sauerstoff mehr. Nach etwa vier Sekunden entsteht ein Benommenheitsgefühl, nach rund acht Sekunden verliert der Betroffene das Bewusstsein. Nach zwei bis drei Minuten setzt die Atmung aus, nach etwa zehn Minuten tritt der Tod ein, wenn keine Hilfe erfolgt.

Herzinfarkt und Herzstillstand sind nicht dasselbe

Ein Herzinfarkt entsteht durch eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Beim Herzstillstand versagt dagegen die elektrische Steuerung des Herzens. Zwar kann ein Herzinfarkt einen Herzstillstand auslösen, beide Ereignisse sind jedoch medizinisch nicht identisch.

Welche Rolle spielt der Defibrillator bei Eriksen?

Nach seinem Herzstillstand erhielt Eriksen einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator, kurz ICD. Ein ICD ist ein kleines Gerät, das meist unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt wird. Es überwacht den Herzrhythmus rund um die Uhr. Erkennt das System eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung, gibt es automatisch elektrische Impulse oder einen stärkeren Stromstoß über Elektroden an das Herz ab. Dadurch kann das Herz wieder in seinen normalen Rhythmus zurückfinden. Das Gerät wirkt gewissermaßen wie ein ständig verfügbarer Notarzt im Körper des Patienten. Für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen kann ein ICD lebensrettend sein.

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