Am Ende des Winters
Das steckt hinter dem Quietschen der Eichhörnchen
20.02.2026 – 08:09 UhrLesedauer: 2 Min.
In Wäldern und Parks beginnt mitten im Winter die Paarungszeit der Eichhörnchen. Naturschützer rufen dazu auf, Rücksicht zu nehmen.
Wenn es in den Baumwipfeln rumort, sind die Eichhörnchen in Hochstimmung. Schon mitten im Winter startet ihre Paarungszeit. Dann jagen mehrere Männchen einem Weibchen hinterher – oft lautstark und stundenlang. „Es wird gequietscht, geknurrt und mit den Beinen auf die Rinde gestampft, um unliebsame Konkurrenten zu vertreiben“, erklärt Nabu-Experte Stefan Bosch.
Die braunroten Nagetiere flitzen dabei waghalsig von Baum zu Baum. Scharfe Krallen geben Halt, der buschige Schwanz hilft, bei weiten Sprüngen das Gleichgewicht zu halten. Doch im Liebestaumel verlieren manche Tiere die Vorsicht und den Halt. „Riechen sie ein Weibchen auf weite Entfernung, queren sie auch mal unbedacht die Straße.“ Damit sie nicht unter die Räder kommen, bittet Bosch Autofahrer besonders um Rücksicht: „Bitte Fuß vom Gas und langsam fahren.“
Gelingt die Paarung, bringt das Eichhörnchenweibchen nach rund fünf Wochen Tragzeit meist vier Junge zur Welt. Die Geburt findet hoch oben im Baum statt. Die Jungtiere kommen nackt und blind zur Welt. Zehn Wochen lang kümmert sich die Mutter allein um ihren Nachwuchs. Danach klettern die jungen Eichhörnchen bereits sicher und gehen eigene Wege.
Das Zuhause der kleinen Nager nennen Fachleute „Kobel“. Das sind kugelförmige Nester aus Zweigen, Moos und Blättern. Im Inneren polstern die Tiere alles weich aus. Zusammen mit dem dichten Winterfell schützt der Kobel vor Kälte, Wind und Nässe. Im Winter teilen sich manchmal mehrere Tiere einen Kobel und kuscheln sich aneinander.
Bosch warnt: „Kobel dürfen nicht zerstört und entfernt werden – auch dann nicht, wenn sie unbewohnt wirken. Eichhörnchen nutzen meist mehrere Kobel im Revier und wechseln je nach Witterung und Jahreszeit.“
Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf. Sie müssen ihren Kobel regelmäßig verlassen, um Futter zu suchen. Gegen Ende des Winters wird das Angebot knapp. Nüsse und Baumsamen von Fichte, Kiefer oder Lärche finden die Tiere dann nur noch selten. Frische Knospen oder Triebe wachsen bisher nicht. Vor allem trächtige Weibchen greifen jetzt auf versteckte Vorräte zurück. Auch Rinde oder Flechten stehen auf dem Speiseplan. Gleichzeitig verbraucht die Paarungszeit zusätzliche Energie – eine kritische Phase für die Tiere.
