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Home » Das steckt hinter dem Plan
Gesundheit

Das steckt hinter dem Plan

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 3, 2026
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Das steckt hinter dem Plan

Ungewöhnliches Gesundheitsprojekt

Warum Google Millionen von Moskitos aussetzen möchte


03.06.2026 – 13:49 UhrLesedauer: 2 Min.

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Die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) kann Krankheiten wie Denguefieber, Zika oder Gelbfieber übertragen – allerdings nur die Weibchen, da sie Blut saugen. (Quelle: witsawat sananrum/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

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Dengue, Zika, Gelbfieber: Google plant ein Projekt, das die Verbreitung gefährlicher Krankheiten eindämmen soll. Die Methode erscheint, gelinde gesagt, ungewöhnlich.

32 Millionen Mücken zu züchten und anschließend in die freie Wildbahn zu entlassen, klingt zunächst nach einer abenteuerlichen bis abstrusen Idee. Erst recht in Bundesstaaten wie Kalifornien und Florida, die ohnehin mit Mückenproblemen zu kämpfen haben.

Bei näherer Betrachtung ergibt der Plan des Google-Mutterkonzerns Alphabet aber durchaus Sinn: Wenn er aufgeht, könnten die Tiere nämlich dafür sorgen, dass die Mückenpopulation schrumpft. Und das könnte helfen, die Ausbreitung von Krankheiten wie Denguefieber, Zika oder Gelbfieber einzudämmen, die von bestimmten Mückenarten übertragen werden.

Was genau hat Google vor?

Hinter dem Projekt steht nicht Google selbst, sondern die Alphabet-Tochter Debug. Das Unternehmen hat bei der US-Umweltbehörde EPA beantragt, innerhalb von zwei Jahren bis zu 32 Millionen männliche Mücken in Kalifornien und Florida auszusetzen. Die Tiere gehören zur Art Aedes aegypti, die Krankheiten wie Zika, Denguefieber oder Gelbfieber übertragen kann.

Die freigesetzten Männchen sind jedoch für Menschen nicht gefährlich: Da männliche Mücken nicht stechen, können sie auch keine Erreger übertragen. Ihre „Aufgabe“ ist es vielmehr, der Übertragung von Krankheitserregern entgegenzuwirken, indem sie ihre wilden Artgenossen an der Fortpflanzung hindern.

Die Tiere werden eigens für das Projekt in Zuchtanlagen aufgezogen und tragen das natürlich vorkommende Bakterium Wolbachia. Dieses sorgt dafür, dass sich die Eier nach der Paarung mit wilden Weibchen nicht normal entwickeln können. Paaren sich diese Männchen später mit wilden Weibchen, die Wolbachia nicht tragen, entwickeln sich die befruchteten Eier nicht weiter. Aus ihnen schlüpfen also keine Nachkommen. Je häufiger sich die freigesetzten Männchen mit wilden Weibchen paaren, desto stärker soll die Population der Mückenart zurückgehen.

Zum Hintergrund

Bisher setzen Behörden vor allem auf Insektizide, also chemische Mittel gegen Insekten. Doch viele Mückenarten entwickeln zunehmend Resistenzen. Gleichzeitig stehen Pestizide in der Kritik, weil sie auch andere Insekten schädigen können. Deshalb suchen Forscher seit Jahren nach alternativen Methoden, um Mückenpopulationen gezielt zu kontrollieren.

Der Ansatz ist nicht neu

Das Vorhaben von Debug basiert auf einer Methode, die Wissenschaftler bereits lange vor dem Einstieg des Konzerns untersucht haben. Das spezielle Verfahren mit dem Bakterium Wolbachia wird nach Angaben von Forschern bereits seit etwa 15 Jahren zur Kontrolle von Mückenpopulationen erprobt, wie der „Guardian“ berichtet.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Umweltbehörde EPA prüft den Antrag derzeit. Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist daher noch offen. Und selbst im Falle einer Genehmigung bleibt unklar, wie wirksam die Methode im großen Maßstab sein wird. Zwar verliefen erste Tests von Debug vielversprechend: Nach Angaben des Unternehmens ging die Zahl der stechenden Weibchen bei einem Feldversuch im kalifornischen Fresno 2018 um mehr als 95 Prozent zurück. Allerdings handelte es sich um einen zeitlich begrenzten Versuch in einem überschaubaren Gebiet. Ob sich solche Erfolge auch langfristig und in größeren Regionen erreichen lassen, muss sich erst noch zeigen.

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