2025 verkauften die Schwaben gut 41.900 Fahrzeuge in China und damit gut ein Viertel weniger als im Vorjahr. Es handelt sich um den vierten Rückgang in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte Porsche in der Volksrepublik noch fast 95.700 Sport- und Geländewagen ausgeliefert. In China rechnet Porsche nicht mit einer Erholung der Geschäfte, sondern mit einem weiteren Rückgang der Verkäufe.
Porsche muss sparen und seine Strukturen schrumpfen. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart rund 1.900 Stellen abgebaut werden. Außerdem liefen die Verträge von rund 2.000 befristeten Angestellten aus. Das dürfte aber in der aktuellen Situation nicht ausreichen.
Deshalb soll ein weiteres Sparprogramm verabschiedet werden. Darüber verhandelt das Porsche-Management bereits seit Herbst mit dem Betriebsrat. Dabei dürfte nach dpa-Informationen neben zusätzlichen Stellenstreichungen auch die Jobsicherung zur Debatte stehen. Über die Ergebnisse der Gespräche wollen Unternehmen und Betriebsrat nach Abschluss der Verhandlungen informieren.
Porsche erwartet für das laufende Jahr zwar wieder bessere Geschäfte. Das Management um den neuen Unternehmenschef Michael Leiters rechnet aber weiterhin mit „sehr herausfordernden Marktbedingungen“ und geopolitischen Unsicherheiten. Potenzielle Auswirkungen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten seien noch nicht berücksichtigt. Leiters hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Blume angetreten, der sich seitdem auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen konzentriert.
Porsche setzt dabei auf das Prinzip „Value over Volume“, plump übersetzt also: Klasse statt Masse. Doch ob das aufgeht? Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer ist skeptisch: „Damit stellen sich große Herausforderungen für den Vertrieb. Lohnen sich die weltweiten Porsche-Vertriebsstützpunkte und Porsche-Zentren? Gleiches gilt für die Entwicklungsbudgets, Produktionsstruktur, den Einkauf, den Kundendienst, das Marketing“, sagte er t-online.
Dudenhöffer sieht darin ein schwieriges Unterfangen angesichts von Wettbewerbern wie Xiaomi. Er schlägt vor, vor allem den chinesischen Markt mit einer gemeinsamen Strategie, beispielsweise mit Audi, anzugehen. Der Experte: „Bei Porsche sieht man dazu von außen bisher nichts. Die Autowelt ist nicht mehr Engineering made in Germany.“
