Werden sie Nikoläuse?
Das passiert mit unverkauften Schokohasen nach Ostern
01.04.2026 – 09:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach Ostern bleiben in vielen Regalen Schokohasen übrig – trotz Rabatten und Kauflaune vor den Feiertagen. Doch was passiert eigentlich mit der überschüssigen Ware?
In diesem Jahr begann das große Abverkaufen ungewöhnlich früh: Noch vor Ostern senkten Händler die Preise für Schokohasen teils deutlich – selbst Markenprodukte von Lindt wurden rabattiert. Einer der Gründe: Gestiegene Kakaopreise treffen auf eine zurückhaltendere Nachfrage.
Ganz vermeiden lassen sich Restbestände nicht. Was aber passiert mit den übriggebliebenen Schokohasen? Der erste Schritt nach den Feiertagen: Preisnachlässe. Händler versuchen, übrig gebliebene Saisonware mit teils hohen Rabatten aus den Regalen zu bekommen.
Und dann? Werden die Hasen wieder eingesammelt, eingeschmolzen und tauchen Monate später als Schokoladentafel oder Weihnachtsmann erneut im Regal auf?
Nein. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) widerspricht diesem Mythos klar. Saisonartikel werden demnach grundsätzlich aus frisch hergestellter Schokoladenmasse produziert. Eine Wiederverwertung bereits im Handel gewesener Ware ist nicht vorgesehen, heißt es.
Das hat mehrere Gründe. Zum einen greifen strenge Hygienevorschriften: Produkte, die einmal im Verkauf waren, dürfen nicht zurück in die Produktion. Zum anderen wäre der Aufwand erheblich. Rücktransport, Auspacken, Einschmelzen und erneutes Formen würden zusätzliche Kosten verursachen – wirtschaftlich lohnt sich das nicht.
Stattdessen nehmen die Hasen andere Wege. Was nach den Rabattaktionen übrig ist, geht häufig an karitative Einrichtungen wie Tafeln, Kitas, Kinderheime oder Altersresidenzen.
Auch der Export spielt eine Rolle. Überschüssige Schokolade wird in Länder geliefert, in denen Ostern keine Bedeutung hat. Dort zählt weniger die Form als der Inhalt: Die Produkte werden als Süßigkeiten verkauft, nicht als Saisonware.
Dass überhaupt Ware übrig bleibt, liegt auch am System. Hersteller produzieren mit einem gewissen Puffer, um kurzfristige Nachbestellungen des Handels bedienen zu können. Gleichzeitig orientiert sich die Planung an Erfahrungswerten und konkreten Bestellungen. Laut BDSI bleibt der Anteil nicht verkaufter Produkte deshalb vergleichsweise gering.
Ähnliches gilt übrigens für unverkaufte Schoko-Weihnachtsmänner – auch diese tauchen nicht im Folgejahr zu Osterhasen umgeschmolzen wieder in den Supermarktregalen auf.
