Sicherheit in Straßenbahnen
Notbremse betätigt: Das passiert danach wirklich
01.04.2026 – 17:40 UhrLesedauer: 2 Min.
In Berliner Trams wird die Notbremse im Schnitt einmal pro Woche gezogen – doch viele Fahrgäste wissen nicht, was danach passiert. Die BVG startet nun eine Kampagne.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ein Erklärvideo veröffentlicht, das Fahrgäste über die Nutzung von Notbremse und Gegensprechanlage in Straßenbahnen informiert.
Beide Vorrichtungen befinden sich an jeder Eingangstür der Trams. Über die Gegensprechanlage stellen Fahrgäste direkten Kontakt zur Fahrerin oder zum Fahrer her. Bei Straftaten können diese über die Leitstelle unmittelbar die Sicherung von Videoaufnahmen veranlassen.
Wer die Notbremse zieht, stoppt das Fahrzeug sofort. Das unterscheidet die Straßenbahn von der U-Bahn: Diese fährt nach einer Notbremsung bis zur nächsten Station weiter. Der Bremsvorgang sei sanft genug, um zusätzliche Unfälle im Fahrzeuginneren zu vermeiden, teilt die BVG mit. Gleichzeitig aktiviert sich die Kamera des betreffenden Bereichs automatisch – das Bild wird direkt in die Fahrerkabine übertragen. Im Notfall informiert der Fahrer die Leitstelle, die anschließend die Hilfsmaßnahmen koordiniert.
Die Notbremse sei für jeden Fahrgast bedienbar, betont Thorsten Franz, seit 41 Jahren Straßenbahnfahrer bei der BVG und dort als Fahrlehrer tätig. An den Standorten der Vorrichtungen gebe es auch barrierefreie Sprechanlagen, die etwa Rollstuhlfahrer erreichen könnten.
Laut BVG betätigen Fahrgäste die Notbremse in Berliner Straßenbahnen durchschnittlich einmal pro Woche. Mutwillige Fehlalarme kämen dabei praktisch nicht vor, so das Unternehmen. Die missbräuchliche Nutzung ist strafbar; in den Fahrzeugen wird darauf hingewiesen. Bei falsch eingeschätzten Notsituationen sollen Fahrerinnen und Fahrer Verständnis zeigen, betont Franz. Jeder solle sich ermutigt fühlen, die Notbremse bei Bedarf zu ziehen, erklärt zudem eine BVG-Sprecherin.
Das Erklärvideo ist auf der BVG-Website abrufbar. Künftig soll es laut BVG per QR-Code direkt in den Straßenbahnen zugänglich sein.
