Erbe schon lange geregelt

Das passiert jetzt mit den Milliarden von Kühne


24.08.2026 – 12:32 UhrLesedauer: 3 Min.

Klaus-Michael Kühne und Frau Christine (Archivbild): Das Ehepaar lebt in der Schweiz, sorgt sich allerdings durchgehend um Hamburg.

Klaus-Michael Kühne und Frau Christine (Archivbild): Das Ehepaar lebte zuletzt in der Schweiz. (Quelle: IMAGO/Eventpress Fuhr)

Am Montag ist der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne verstorben. Der Kinderlose hat sein Erbe schon vor Jahren geregelt.

Klaus Michael-Kühne, einer der reichsten Menschen in Deutschland, ist am Montag im Alter von 89 Jahren verstorben. Der Visionär hat das Unternehmen seines Großvaters, Kühne+Nagel, zu einem der weltweit führenden Logistikunternehmen gemacht: Heute beschäftigt die Firma 88.000 Menschen in 100 Ländern an mehr als 1.300 Standorten. Im Bereich Luft- und Seelogistik ist Kühne+Nagel weltweit die Nummer 1.

Kühne hinterlässt als engstes Familienmitglied nur seine Ehefrau, Christine. Das Paar hat keine Kinder, sie haben sich erst spät im Leben kennengelernt. Was passiert also mit dem Vermögen des Milliardärs, das je nachdem, wen man fragt, auf zwischen 23 und 40 Milliarden Euro geschätzt wurde? Darauf hat sich Kühne schon vor Jahren vorbereitet.

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Kühne-Vermögen geht an seine Stiftung

Sein Vermögen und alle seine Firmenanteile sollen an die gemeinnützige Kühne-Stiftung gehen. „Unternehmerischer Erfolg sollte mit einer Förderung des Gemeinwohls einhergehen“, wird Kühne auf der Webseite seiner Stiftung zitiert.

Die Stiftung wird von neun Ratsmitgliedern angeführt, zusammen mit ehemals Klaus-Michael Kühne und seiner Frau Christine sind es insgesamt elf. Vizepräsident Thomas Staehlin, der als einer der wichtigsten Vertrauten der Kühne-Familie gilt, dürfte die Geschäfte nun übernehmen.

Die Stiftung ist vorrangig in folgenden Bereichen tätig:

  • Forschung und Entwicklung der Logistikbranche, u.a. Förderung von Kompetenzen in Entwicklungs- und Schwellenländern und Aufbau von Studienprogrammen.
  • Förderungen von Projekten zum Übergang in eine klimaneutrale Gesellschaft, vor allem durch das Kühne Climate Center in Hamburg, das Projekte in der realen Wirtschaft umzusetzen versucht.
  • Medizin-Forschung, besonders im Fokus stehen Allergien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Stiftung hat zu diesem Zweck 2014 die Klinik Davos übernommen, die nun eine führende Rehabilitationsklinik ist.
  • Förderung im Bereich Musik, etwa durch die Unterstützung von Opern, Festivals und Konzerthäusern. Die Kühne-Stiftung war etwa einer der ersten Förderer der Hamburger Elbphilharmonie und fördert seit Jahren die Salzburger Festspiele und das Lucerne Festival Orchestra.

Diese Schwerpunkte sollen nach Angaben der „Zeit“, die Kühne 2025 dazu befragt hatte, auch nach seinem Tod weitergelten. Die Kühne-Stiftung ist auch Aktionär des Familienunternehmens Kühne+Nagel, auch diese Beteiligung soll nach dem Wunsch des Unternehmers beibehalten werden.

Diese Steuern hat Kühne in der Schweiz bezahlt

Die Familie Kühne wohnt schon seit Jahrzehnten in der Schweiz, dort ist auch der Sitz der Kühne Holding AG. Auch deshalb ist es schwer zu sagen, wie viel Vermögen der Unternehmer insgesamt wirklich angehäuft hatte: In der Schweiz müssen Unternehmen keine Geschäftsberichte veröffentlichen. Das, was er also dort erwirtschaftet hat, ist bis heute ein Geheimnis. Schätzungen zufolge sind rund 30 Prozent seines Vermögens unbekannt.

Durch seinen Umzug in die Schweiz 1975 wurde Kühne immer wieder Steuerflucht vorgeworfen. Im Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ verteidigte er sich einst gegen diesen Vorwurf: „In Deutschland sind die Steuern und die Sozialabgaben viel höher als in der Schweiz, auch der Sozialneid ist sehr groß. Das gesamte Wirtschaftsklima ist nicht so liberal und angenehm wie in der Schweiz.“ Seine Investitionen, die er immer wieder in Deutschland und vor allem in Hamburg tätigte, nannte er „eine gewisse Kompensation“ für die entgangenen Steuermilliarden. Diese Investitionen dürften aber weit unter dem liegen, was er als Steuerpflichtiger in Deutschland hätte bezahlen müssen.

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