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Jedes Jahr Ende März treffen sich Dutzende Illustratoren in der deutschen Stadt Leipzig, um ihre Arbeiten vorzustellen. Aber es sind keine traditionellen Leinwände zu sehen. Stattdessen dreht sich bei diesem Treffen alles um Eier, ein Symbol, das eng mit den Osterfeierlichkeiten verbunden ist.
Mit dem klassischen Ostereierfärben haben ihre Kreationen allerdings wenig zu tun.
Viele von ihnen nutzen Handwerkstechniken, die mehrere Jahrhunderte alt sind und oft von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
In diesem Jahr waren nach Angaben der Veranstalter Künstler aus Deutschland, Polen, Belgien, Tschechien und Großbritannien vertreten. Sie gaben Einblicke in die unterschiedlichsten regionalen Traditionen und Herangehensweisen.
Es ist eine beträchtliche Menge an zärtlicher Sorgfalt erforderlich. Künstler verbringen oft bis zu zehn Stunden damit, ein kleines einzelnes Ei zu dekorieren, während größere Arbeiten Wochen dauern können.
„Man muss es sich so vorstellen: Jeder Künstler hat seine eigene spezielle Technik. Manche nutzen mehrere Techniken und kombinieren diese gerne“, erklärte Organisatorin Kerstin Dischereit im Interview mit der Nachrichtenagentur AP.
Zu sehen sind rund 8.000 Exemplare und die verwendeten Materialien sind vielfältig. Neben klassischen Hühnereiern verwendeten die Aussteller Wellensittich-, Wachtel-, Gänse- und sogar Straußeneier.
Zahlreiche Traditionen und himmlische Eier
Die sorbische Ostereierkunst gehört neben Methoden wie Wachsen, Wachsprägen, Kratzen oder Ätzen wohl zu den bekanntesten Dekorationstechniken.
Die sorbische Tradition ist nur eine von vielen Techniken, die aus verschiedenen Regionen Europas stammen.
Künstlerin Agnes Martin arbeitet nach ukrainischem Vorbild: „Die Eier werden in verschiedenen Färbebädern gefärbt. Mit dem Wachs werden die Stellen abgedeckt, die gefärbt bleiben sollen. Zum Schluss wird das Wachs abgeschmolzen und fertig ist das Ergebnis.“
Auch modernere Methoden wurden demonstriert. Einige Teilnehmer nutzten Mixed Media für Collagen und Skulpturen oder Eier im Stil der berühmten Fabergé-Werke.
Zu den ungewöhnlichen Exponaten gehörten „Eier“-Telefone aus Eierschalen oder sogenannte Himmelseier, die Sternbilder zeigen oder als Globen gestaltet sind.
Für die Besucher bietet das Festival eine Mischung aus altehrwürdiger, längst verschwundener Tradition und modernen Techniken.
Der Termin für die „eggstravaganza“ im nächsten Jahr steht bereits fest und verspricht eine noch spektakulärere Show, denn am 6. und 7. März 2027 feiert die Leipziger „Eierlei“ ihr 30-jähriges Jubiläum.











