Extremtemperaturen im Urlaubsland

Neue Hitze-Regel: Das müssen Spanien-Urlauber wissen


11.07.2026 – 08:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Außenbereich eines Lokals in Benidorm: Seit diesem Jahr gelten in Spanien neue Regeln. (Quelle: IMAGO/Vincent Isore/imago)

Spanien hat neue Regeln für Bars und Restaurants eingeführt, die bei Extremwetter gelten. Worauf sich Urlauber jetzt einstellen müssen.

Tapas auf dem Tisch, ein kühles Getränk in der Hand, eine leichte Brise – wer in Spanien Urlaub macht, wird sich früher oder später wahrscheinlich auf der Terrasse eines Restaurants wiederfinden. Für viele Touristen gehört das zum Urlaub einfach dazu. Doch in diesem Sommer könnte das gemütliche Sitzen auf der Terrasse öfter mal ausfallen.

Denn Spanien wird derzeit von einer Hitzewelle überrollt. Seit dem 13. April 2026 gilt in Spanien ein neuer Tarifvertrag für das Gastgewerbe, der Restaurants und Bars bei extremer Hitze zur Schließung ihrer Außenbereiche verpflichten kann. Was das für Urlauber bedeutet.

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Was hat sich geändert?

Grundlage der neuen Regelung ist eine Reform des landesweiten Arbeitsrechtsrahmens für das Gastgewerbe (ALEH), die Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und das spanische Arbeitsministerium Mitte April gemeinsam unterzeichnet haben. Der Vertrag stuft extreme Wetterlagen – darunter Hitzewellen, aber auch Überschwemmungen und starken Schneefall – erstmals ausdrücklich als Gesundheitsrisiko ein.

Ziel ist es, Beschäftigte im Gastgewerbe besser zu schützen: Kellner, Köche und Servicekräfte, die bei brütender Hitze stundenlang im Freien arbeiten müssen. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen – im schlimmsten Fall mehr als 50.000 Euro. Das Arbeitsministerium hat verstärkte Kontrollen durch staatliche Arbeitsinspektoren angekündigt.

Wann müssen Terrassen schließen?

Einen automatischen Terrassenschluss bei jeder Hitzewarnung gibt es nicht. Die Regelung funktioniert stufenweise:

  • Sobald die spanische Wetterbehörde Aemet die Warnstufe Orange oder Rot ausruft, sind Gastrobetriebe verpflichtet, die Lage zu bewerten und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
  • Werden auf der Terrasse 40 Grad oder mehr gemessen, gilt dasselbe – auch ohne offizielle Aemet-Warnung.
  • Körperlich belastende Arbeiten im Außenbereich sollen an solchen Tagen zwischen 13 und 18 Uhr vermieden werden.
  • Betriebe müssen zunächst Alternativen prüfen: Schichten verlegen, zusätzliche Pausen einrichten, Zugang zu kaltem Wasser sicherstellen, leichte Arbeitskleidung bereitstellen.
  • Erst wenn keine ausreichende Kühlung gewährleistet werden kann, muss die Terrasse schließen.

Geöffnet bleiben darf ein Außenbereich, wenn er beschattet ist, durch Sprühnebelanlagen oder ähnliche Technik gekühlt wird und durch mindestens zwei Trennelemente von der Außenwelt abgeschirmt ist. Die Betriebe erstellen dafür eigene Schutzprotokolle – was Kritikern zufolge erheblichen Interpretationsspielraum lässt.

Was bedeutet das konkret für Urlauber?

Wer im Hochsommer nach Spanien reist, sollte sich auf veränderte Bedingungen einstellen. Terrassen können in den Mittagsstunden – vor allem zwischen 13 und 18 Uhr – geschlossen oder eingeschränkt sein. Besonders betroffen sind Regionen mit regelmäßig hohen Temperaturen: Andalusien, Extremadura, das Ebro-Tal und Teile der Ostküste, aber auch die Balearen und die Kanaren sind im Sommer 2026 von Hitzewarnungen betroffen.

Wie kann man als Urlauber auf die Warnungen zugreifen?

Aktuelle Warnlagen lassen sich auf der Webseite von Aemet (aemet.es) provinzweise abrufen. Der europaweite Notruf 112 gilt für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei.

Wer trotzdem draußen essen möchte, weicht am besten auf die kühleren Abendstunden aus – oder wählt Lokale mit beschatteten oder gekühlten Außenbereichen. Unterkünfte mit funktionierender Klimaanlage sind in diesem Sommer keine Frage des Komforts, sondern der Gesundheit. Es lohnt sich, bei der Buchung gezielt danach zu fragen.

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