Topklub am Boden
Das 265-Millionen-Euro-Desaster
16.03.2026 – 18:46 UhrLesedauer: 5 Min.

Trotz großer Investitionen im Abstiegskampf: Für Tottenham Hotspur könnte es diese Saison richtig eng werden. Mittendrin ein überforderter Trainer – doch der Niedergang begann bereits früher.
Selbst den ersten – kleinen – Erfolg konnte Igor Tudor wohl nicht richtig genießen: Da hatte der Trainer von Tottenham Hotspur in seinem fünften Spiel an der Seitenlinie der arg strauchelnden „Spurs“ gerade seinen ersten Punkt geholt, und das auch noch durch ein 1:1 beim FC Liverpool. Der erste Zähler nach vier Niederlagen in seinen ersten vier Spielen nach Amtsantritt. Ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf.
Doch den Großteil der Aufmerksamkeit bekam ein peinlicher Patzer, der dem Kroaten schon vor Anpfiff offenbar unterlief: Beim Gang auf das Spielfeld an der Anfield Road nämlich sah Tudor einen glatzköpfigen Mann an der Seitenlinie stehen, ging schräg von hinten auf ihn zu, tippte ihm auf die Schulter. Dieser reagierte jedoch sichtlich überrascht, als Tudor ihn dann auch noch umarmen wollte – denn offenbar lag eine Verwechslung vor: Aufgrund der ähnlichen „Frisur“ dachte Tudor wohl, es sei Liverpool-Trainer Arne Slot – dabei war es einer seiner eigenen Mitarbeiter, Tottenham-Teammanager Alan Dixon, eigentlich auch schon an der dunkelblauen Teamjacke zu erkennen.
Bezeichnend für Tudors bisherige Amtszeit – und bezeichnend auch für diese Saison der „Spurs“, in der nun wirklich mal alles schiefläuft, was schieflaufen könnte. „Ich arbeite seit 15 Jahren als Trainer“, sagte Tudor am Sonntag, „und nie habe ich über meine Zukunft nachgedacht. Nicht eine Sekunde. Ich denke immer nur an das nächste Training und konzentriere mich auf das Hier und Jetzt.“
Trotz des kleinen Hoffnungsschimmers nun gegen Liverpool wird wild über eine schnelle Ablösung Tudors spekuliert, vom mittlerweile 79-jährigen Trainer-Denkmal Harry Redknapp bis hin zum deutschen Ex-Spieler Jürgen Klinsmann werden zahlreiche Namen durchgespielt. „Wer würde diesen Job nicht wollen? Es ist Tottenham“, sagte Klinsmann dieser Tage bei „ESPN FC“ und brachte sich damit auch selbst ins Gespräch. Muss jetzt der in Deutschland nicht mehr vermittelbare Weltmeister von 1990 die stolzen Londoner retten? Es wäre eine weitere Pointe dieser Spielzeit.