Timmy liegt tot vor Dänemark

Deshalb herrscht bei Walen Explosionsgefahr

22.05.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Der tote Buckelwal: Der Kadaver ist inzwischen stark aufgebläht. (Quelle: -/dpa)

Die sterblichen Überreste von Wal Timmy sind vor einer Nordseeinsel angespült worden – die Verwesung ist in vollem Gange. Eine Expertin erklärt, wieso Explosionsgefahr besteht.

Der tote Buckelwal liegt noch immer vor der dänischen Insel Anholt – erste Versuche der lokalen Behörden, den Kadaver zu bergen, waren am Donnerstag gescheitert. In der Zwischenzeit bläht sich das tote Tier immer weiter auf: Wie Wal-Experte Fabian Ritter t-online bereits am Donnerstag erklärte, kann der Kadaver jede Minute explodieren.

Dass die Kadaver sich so stark aufblähen und eventuell explodieren, sei bei den Meeressäugern nicht untypisch, erklärte die Biologin Anja Gallus vom Deutschen Meeresmuseum auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Für dieses Phänomen sei die sehr dicke Fettschicht von Walen verantwortlich.

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Auslöser sei ein genereller Prozess: Gallus erklärte: „Wenn ein Tier stirbt, beginnen sofort Verwesungsprozesse im Körper.“ Bei diesem Prozess entstünden immer auch Bakterien und Faulgase. Normalerweise werde dieser Prozess allerdings durch kalte Luft oder kaltes Wasser verlangsamt. Sie kühlen den Körper und dämmen so auch die Bakterienbildung ein.

Wal Timmy: Aasfresser können die Explosion stoppen

Nur: Bei Walen sei die Fettschicht ein so effektives Isoliermaterial, dass es innerhalb des Kadavers warm bleibt. Solange der Körper des toten Wals nicht geöffnet sei, könnten die dabei entstehenden Gase nicht entweichen. Das könne etwa durch Aasfresser geschehen.

Sei dies allerdings nicht der Fall, könne es vorkommen, dass der Wal explodiert. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt von mehreren Faktoren ab, etwa der Umgebungstemperatur. Wie Gallus erklärte, könne das im Sommer schon nach wenigen Tagen passieren. Bei tieferen Temperaturen dauere der Prozess aber deutlich länger. Wie lange es bei dem als Timmy bekannten Buckelwal dauert, lasse sich also nicht mit Gewissheit sagen.

Die dänische Umweltbehörde hatte in den vergangenen Tagen bereits davor gewarnt, sich dem Kadaver zu nähern. Nach aktuellen Plänen soll der Wal an einen Hafen in Jütland transportiert werden. Dort soll das Tier eventuell obduziert werden.

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