Zwar gibt es bereits Software, die Inhalte daraufhin prüft, ob sie von einer KI erzeugt wurden, aber fehlerfrei arbeiten diese Detektoren nicht. Sie werden es wohl nie. Sie liefern allenfalls Wahrscheinlichkeiten dafür, ob ein Bild oder Text von einer Künstlichen Intelligenz stammen könnte.
Daher werden wir akzeptieren müssen, mit dieser Ungewissheit zu leben. Wir werden uns nicht mehr bei jedem einzelnen Bild oder Video sicher sein können, dass es tatsächlich von einer echten Kamera aufgenommen wurde. Das gilt für WhatsApp-Gruppen, Social-Media-Posts, Online-Nachrichtendienste und ebenso für Nachrichtensendungen im Fernsehen. Wir werden lernen müssen, uns wie KI-Detektoren nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf Bilder verlassen zu können. Das ist ein beunruhigendes Szenario, allerdings ein realistisches. Auch eine KI-Kennzeichnungspflicht wird das Problem allenfalls eindämmen. Mehr denn je sind künftig Informationskompetenz und permanente kritische Reflexion von uns allen gefragt.
Weil es keine 100-prozentige Sicherheit mehr geben kann, werden Redaktionen wie die des „heute journals“ vermehrt mit der Erkennung von KI-Bildern zu kämpfen haben. Das heißt natürlich nicht, dass sie sich nicht nach Kräften bemühen sollten, solches Material zu identifizieren und dessen Verwendung zu markieren. Vielmehr müssen sie jetzt geeignete Maßnahmen und Kontrollen etablieren, die solche Fälle so weit wie möglich reduzieren. Die angekündigten KI-Fortbildungen für die Mitarbeitenden im ZDF könnten dafür ein erster Schritt sein. So gesehen ist es ein Glücksfall, dass dieser Anlass gerade solche Wellen schlägt. Er zwingt Redaktionen, ihre bisherigen Abläufe zu überdenken, und sensibilisiert Journalistinnen und Journalisten, noch genauer hinzuschauen. Und dennoch muss allen klar sein, dass selbst umfassende Schutzmaßnahmen nicht verhindern werden, dass hier und dort doch einmal ein KI-Bild durchrutscht.










