Preissteigerungen nur um 12 Uhr
So holen Sie das meiste aus der neuen Tankregel
27.03.2026 – 12:52 UhrLesedauer: 3 Min.
Bundestag und Bundesrat haben neue Regeln für Tankstellen beschlossen. Wie sich Autofahrer am besten darauf einstellen können.
Bundestag und Bundesrat haben nun entschieden: Künftig dürfen Tankstellen nur noch einmal täglich ihre Preise erhöhen – aber jederzeit senken. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch mehr Transparenz: Wie das Bundeskartellamt mitteilt, meldet eine Tankstelle mittlerweile durchschnittlich 20 Preisveränderungen pro Tag. In der Spitze sind es sogar 50. Das heißt: Rein rechnerisch verändert sich der Preis für Benzin und Diesel öfter als jede halbe Stunde. Das soll künftig nicht mehr der Fall sein. Die neuen Regeln sollen möglichst noch vor Ostern gelten.
Das bedeutet auch: Eine altbewährte Tankregel gilt nicht mehr. Bislang war es vor allem zwischen 19 und 22 Uhr besonders günstig. Und nun? Wer beim Tanken möglichst günstig wegkommen will, muss seine Tankstrategie anpassen. Vor allem in den ersten Tagen sollten Sie einige Regeln beachten, bevor sich unter Umständen neue stabile Preismuster bilden.
Regel 1: Nicht sofort nach 12 Uhr tanken
Wenn Preiserhöhungen nur noch zu diesem festen Zeitpunkt erlaubt sind, dürfte genau dann bei vielen Stationen der Tageshöchststand erreicht werden. Meiden Sie den direkten Zeitraum nach 12 Uhr.
Regel 2: Den frühen Nachmittag beobachten
Weil Preissenkungen weiterhin ohne Begrenzung möglich sind, können die Preise nach einem Mittagsaufschlag im Tagesverlauf wieder sinken. Wenn einzelne Tankstellen Kunden anlocken wollen, sind schon am Nachmittag oder frühen Abend Rabattrunden denkbar. Aber: Garantiert ist das nicht, denn nach einer Senkung können die Tankstellen die Preise schließlich bis zum Folgetag nicht mehr erhöhen.
Regel 3: Den späten Vormittag beobachten
Wenn Betreiber die Preise nur mittags erhöhen dürfen, steigt für sie der Anreiz, davor möglichst attraktiv zu bleiben, um noch Nachfrage mitzunehmen. Für Autofahrer heißt das: Die Chance auf günstige Preise dürfte tendenziell am späteren Vormittag besonders gut sein, jedenfalls, solange sich noch kein stabiles neues Muster eingespielt hat.
Aktuelle Preise
Vor allem Diesel wurde am Donnerstag deutlich günstiger. Ein Liter kostete 2,234 Euro, das waren 3,5 Cent weniger als am Mittwoch und 7,6 Cent weniger als noch am Montag. Superbenzin der Sorte E10 kostete am Donnerstag 2,054 Euro pro Liter. Das waren 1,4 Cent weniger als am Mittwoch. E10 hatte sein Jahreshoch bereits am vergangenen Freitag. Im Vergleich dazu ist der Preis inzwischen um 3,2 Cent gesunken.
Regel 4: Die ersten drei bis sieben Tage wie einen Lernzeitraum behandeln
Gerade direkt nach Inkrafttreten werden viele Betreiber erst testen, wie hoch sie den Mittagsaufschlag setzen können und wie schnell sie danach wieder im Preis heruntergehen müssen. Deshalb sollten Sie in den ersten Tagen in Ihrem Tankstellenumfeld Muster beobachten: Wie verhalten sich die drei bis fünf regelmäßig genutzten Stationen morgens, um 12 Uhr und am Nachmittag? Wer diese lokale Routine kennt, hat schnell einen echten Vorteil.
Regel 5: Tank-Apps nutzen
Bislang war ein günstiger Preis in der App bei der Ankunft oft schon wieder verschwunden. Wenn Erhöhungen nur noch einmal täglich erlaubt sind, steigt die Chance, dass ein gefundener Preis wenigstens für einige Zeit verlässlich bleibt. Und bis zum nächsten Tag um 12 Uhr kann er nur noch sinken, nicht mehr steigen. Der Blick aufs Smartphone dürfte sich daher künftig noch mehr lohnen.
Regel 6: Nicht mit generell niedrigeren Preisen rechnen
Das Hauptziel der Regelung ist mehr Transparenz und weniger hektische Preissprünge. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass der Sprit insgesamt billiger wird. Schon früher haben strikte Preisregeln im Schnitt auch höhere Preise ausgelöst, wenn Anbieter vorsichtshalber stärker anheben und dann schrittweise wieder senken. Für Autofahrer bedeutet das: Der beste Hebel bleibt Timing, nicht die Hoffnung auf dauerhaft niedrigere Grundpreise.
