„Gewalt ist kein Teil von Fankultur“

Innenministerin Behrens mit klarer Ansage vor Niedersachsen-Derby

Aktualisiert am 16.03.2026 – 16:12 UhrLesedauer: 3 Min.

Vor dem Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig richtet Innenministerin Daniela Behrens den Blick auf Sicherheit im Stadion. (Archivbild) (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-bilder)

Am Freitag treffen Hannover und Braunschweig in der 2. Bundesliga aufeinander. Der Aufwand für die Sicherheit ist groß.

Niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens hat die Ultras von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig vor dem Niedersachsen-Derby am Freitag (18.30 Uhr/Sky) öffentlich zur Verantwortung gezogen. Die SPD-Politikerin sagte zur Deutschen Presse-Agentur. „Sie haben ein Problem in ihren eigenen Reihen, und das müssen sie klären.“

Wenn die Fanszenen dieses Problem nicht selbst in den Griff bekämen, müssten Politik und Verbände eine Lösung finden, sagte Behrens. „Mir wäre es aber lieber, wenn die Fanszenen selbst eine finden.“ Die Ministerin kritisierte, dass für einzelne Fußballspiele teilweise bis zu 2.000 Polizisten nötig seien.

Bei anderen Sportveranstaltungen oder großen Festivals wie dem Maschseefest in Hannover mit vielen Besuchern sei ein solcher Polizeieinsatz schließlich auch nicht erforderlich. „Gewalt ist kein Teil von Fankultur“, betonte Behrens. „Das sollte jedem Stadionbesucher klar sein.“

Vor dem Derby trifft sich Behrens am Donnerstag mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern zur 53. Sportministerkonferenz auf Norderney. Auch da geht es um die Sicherheit in den Fußball-Stadien.

Die Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Sachsen, Herbert Reul und Armin Schuster, haben im Vorfeld den Druck auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) erhöht und indirekt mit Rechnungen für Polizeikosten an die Clubs gedroht. Auch nicht erteilte Genehmigungen für Fußball-Veranstaltungen brachten beide ins Spiel.

„Das braucht kein Mensch. Aber die liegen in unserem Instrumentenkasten“, hatte Schuster in einem Interview des Fachmagazins „Kicker“ gesagt. „Das sind keine Drohungen, das sind logische Konsequenzen.“ Die beiden CDU-Politiker werfen dem DFB und der DFL vor, insbesondere beim Thema Stadionverbote zu zaghaft zu sein. Reul forderte bis zur nächsten Innenministerkonferenz Mitte Juni eine neue Stadionverbots-Ordnung.

SPD-Politikerin Behrens tritt schon länger für strengere Sicherheitsmaßnahmen bei Hochrisikospielen ein. In Teilen der Fanszenen von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig gilt sie deshalb als Feindbild. Beim Derby im März vergangenen Jahres war in Hannover nur eine begrenzte Zahl an Gästefans zugelassen. 96-Anhänger protestierten dagegen unter anderem mit einem Plakat, auf dem die Ministerin im Fadenkreuz dargestellt war.

Kritik und derbe Plakate halte sie aus, sagte Behrens. „Ein Fadenkreuz gegen mich war allerdings deutlich zu viel. Da ist eine Grenze überschritten worden.“ Das Derby sei traditionell hoch emotionalisiert. „Mein Ziel ist es, dass die Polizei im Stadion selbst möglichst gar nicht im Einsatz sein wird.“ Dort liege die Verantwortung beim Verein.

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