BR-Sendung „Stammtisch“
Daniel Günther teilt gegen Söder aus
23.02.2026 – 08:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Kaum ist der CDU-Parteitag vorbei, verschärft sich der Ton in der Union. Beim BR-„Sonntags-Stammtisch“ zeigt Daniel Günther, wie tief die Spannungen reichen – und wen er dabei besonders im Blick hat.
Einen Tag nach dem CDU-Parteitag hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Sonntag beim BR-„Sonntags-Stammtisch“ in München gegen CSU-Chef Markus Söder ausgeteilt – und ihm indirekt schwindende Wahlerfolge vorgehalten.
Angesprochen auf Söders umstrittene Helgolandreise, die Bayerns Steuerzahler 16.000 Euro kostete, sagte Günther: „Wir haben früher, als die CSU hier in Bayern sehr erfolgreich war, immer voller Stolz darauf geguckt.“ Viele aus der CDU seien deshalb nach Bayern gereist. „Und jetzt ist es halt umgekehrt so, dass Markus Söder mal nach Schleswig-Holstein fährt, um mal wieder dieses Gefühl zu haben, dass man auch Über-40-Prozent-Ergebnisse holen kann.“ Zuletzt hatte die CSU bei Wahlen immer unter 40 Prozent gelegen.
Zugleich lobte Günther die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Parteitag. „Ich fand, dass es eine Kanzlerrede war“, sagte er. Merz habe dort unter anderem eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen.
Günther nutzte den Auftritt auch für grundsätzliche Kritik am Ton in der Politik – ausdrücklich auch in der eigenen Partei. Seine Koalition mit den Grünen in Schleswig-Holstein zeige, dass Politik besser ankomme, wenn man respektvoll miteinander umgehe, unterschiedliche Auffassungen akzeptiere und dennoch geschlossen auftrete, „als wenn man sich jedes Mal streitet. Denn wie wollen Menschen Vertrauen in Politik haben, wenn schon die Regierenden untereinander immer sagen, dass das schlecht ist, weil der andere das gewollt hat?“
Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage forderte er Reformen statt eines „Weiter so“. Diese würden jedoch nicht gelingen, wenn „alle gegenseitig erklären, was nicht geht, oder man mit völlig unausgegorenen Vorschlägen, teilweise auch mit Formulierungen, die Menschen auch ausgrenzen, in so eine Debatte reingeht“. Damit spielte er auf den ursprünglich geplanten Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ an.
Auch ein mögliches Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige war Thema. Die CDU hatte sich auf ihrem Parteitag in Stuttgart für ein solches Verbot ausgesprochen. Günther argumentierte, soziale Medien erzeugten Mobbing und sozialen Druck; zudem „werden da ja Schönheitsideale vorgegaukelt, die junge Mädchen und Jungs auch einfach in die Depression bringen können“.
Politikwissenschaftlerin Ursula Münch äußerte Zweifel an der Durchsetzbarkeit von Alterskontrollen und verwies auf Australien, wo ein Verbot für unter 16-Jährige vielfach umgangen werde. Skilegende Hilde Gerg forderte stattdessen ein eigenes Schulfach für Medienkompetenz, um Kinder besser auf den Umgang mit sozialen Medien vorzubereiten.











